VP-Umfrage schöpft aus dem Vollen
Von Harald Angerer und Peter Nindler
Kitzbühel – Die Volkspartei im Bezirk Kitzbühel will es genau wissen. In einer Umfrage ließ sie vergangene Woche die Meinung der Bevölkerung im Bezirk abfragen. Darunter sollen sich einige brisante Fragen befinden. So ob die Menschen mit ihren Bürgermeistern zufrieden sind, wie sie die Arbeit der Landesregierungsmitglieder einschätzen und ob sie sich unter anderem Ernst Schöpf als Landeshauptmann vorstellen könnten.
Die ÖVP-Umfrage wird in allen Bezirken durchgeführt, um Weichenstellungen für die Landtagswahl vorzunehmen. Dass dabei auch Ernst Schöpf ein Thema bei der Landeshauptmannfrage sei, weist VP-Hauptgeschäftsführer Martin Malaun dezidiert zurück. „Wir fragen sicher nicht ab, ob man sich Ernst Schöpf als Landeshauptmann vorstellen könnte.“ In der Landeshauptmanndirektfrage wolle man die Meinung der Bevölkerung zu den Parteichefs Platter, Gschwentner oder Dinkhauser in Erfahrung bringen. Nicht ausschließen möchte Malaun, dass im Bezirk Imst der Söldener Bürgermeister und Gemeindeverbandschef als Person abgefragt werde. Schöpf saß bekanntlich bis 2003 als Abgeordneter des Bezirkes Imst im Landtag. Zuletzt wurde er immer wieder als mögliche Alternative zu LH Günther Platter gehandelt. Der Aussage Malauns widerspricht aber ein Befragter klar: „Ich wurde gefragt, ob ich mir Ernst Schöpf, Anton Steixner und Hannes Gschwentner als Landshauptmann vorstellen könnte und auch zu Landeshauptmann Günther Platter wurde ich befragt.“ Die Umfrage ist aber auf jeden Fall ein Thema bei der Bezirksklausur der ÖVP am Freitag. „Wir wollen professionell arbeiten, da sind solche Umfragen sehr wichtig“, erklärt Bezirksobfrau und Landesrätin Beate Palfrader. Zwar will Palfrader am Freitag noch nicht über Kandidaten für die Landtagswahlen reden, eine Diskussion darüber drängt sich aber auf. Wie aus ÖVP-Kreisen zu hören war, wird es für den Landtagsabgeordneten Franz Berger eng. Auf seinen Platz haben es der Wirtschafts- und der Bauernbund gleichermaßen abgesehen. Der AAB stellt mit Palfrader fix den Spitzenkandidaten. Berger war bei der Wahl im Jahr 2008 auf Platz zwei der Bezirksliste zu finden. Wie auch schon bei der Wahl 2003 wurde dabei der Kandidat des Bauernbundes von dem Platz verdrängt. Damals wurde ihnen ein Kandidat vom Wirtschaftsbund vorgereiht. Im Bauernbund gilt der Obmann Josef Edenhauser als heißer Anwärter. „Ich weiß davon noch nichts, zumindest ist noch nichts fix. Wir werden uns aber sicher bald über einen Kandidaten Gedanken machen“, erklärt Edenhauser. Den zweiten Platz sieht er aber als nicht so wichtig an. „Wenn die Reihungskommission anders entscheidet, gibt es immer noch die Möglichkeit eines Vorzugsstimmen-Wahlkampfs“, sagt der Bauernbundobmann. Die Bezirksobfrau sieht noch keinen Handlungsbedarf in Sachen Kandidaten für die Landtagswahl. „Das steht nicht auf der Tagesordnung, aber was in Diskussionen besprochen wird, kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen“, erklärt Palfrader.



