„Sehr sachliche und korrekte Verhandlung“
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Das Wasser des Inns soll im Obergricht für die Stromerzeugung genutzt werden. Gegen das Projekt wurde Berufung eingelegt.Foto: Reichle
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Von Matthias Reichle
Obergricht, Wien – Für die Verhandlung des Umweltsenats hat sich Christian Sturm Unterstützung geholt. Er sitzt mit zehn Fischern aus Niederösterreich am Tisch, um sich zu stärken, bevor die Marathonsitzung beginnt. Bis 18 oder sogar 19 Uhr sollte sie dauern – und war bei Redaktionsschluss noch nicht zu Ende.
Sturm ist einer von fünf, die Berufung gegen den positiven Bescheid zum Gemeinschaftskraftwerk Inn eingelegt haben. „Man lässt uns Tiroler hier nicht im Stich“, freut er sich über die Rückendeckung. Mit weniger großem Aufgebot waren die Bürgermeister der Anrainergemeinden Pfunds, Ried und Tösens angerückt, um ihren Standpunkt gegenüber dem Kraftwerksplan zu vertreten. Insgesamt wohnten zeitweise rund 50 Personen der Verhandlung bei.
Im Obergricht wird das Kraftwerk seit Jahren kontroversiell diskutiert: 410 Millionen Euro würde das Projekt kosten, mit einem Regelarbeitsvermögen von 414 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.
Der Tag gestern war dicht verplant: Themen wie Felsmechanik, Geologie, Limnologie und Gewässerökologie sowie Naturschutz wurden abgeklopft. Sturm meldete sich in der kurzen Mittagspause: „Es läuft sehr korrekt ab“, betonte er – ihn treibt vor allem die Sorge um das Grundwasser an. Ein Punkt, der am Nachmittag behandelt werden sollte.
Die Bürgermeister ließen sich während der Sitzung nicht stören. Es sei eine „sehr sachliche Verhandlung“, die keine Fragen offen gelassen habe, betonte die Geschäftsführung des GKI. Man war optimistisch, dass es einen positiven Bescheid geben würde. Auch ein Vertreter des Landes saß im Publikum. In der Landesumweltabteilung in Innsbruck nachgefragt, hieß es: „Wir glauben daran, dass eine wohlüberlegte Entscheidung getroffen worden ist.“
Die Berufung sei etwas Besonderes gewesen. Nicht nur, weil bis vor wenigen Tagen vor der Verhandlung neue Unterlagen nachgereicht worden waren. Es gab auch ausschließlich schriftlichen Kontakt zwischen dem Umweltsenat in Wien und dem Land Tirol – der ersten Instanz. „Alles war überkorrekt“, betonte man beim Land. Vermutlich auch deshalb, weil die Gemeinden der UVP-Behörde vorgeworfen hatten, gemeinsame Sache mit den Projektbetreibern zu machen – eine Anklage, die man weit von sich wies.
Laut der Geschäftsführung des Umweltsenats sollte es gestern noch keine Entscheidung geben. „Es wäre unseriös“, wenn man schon ernsthaft davon spräche, in welche Richtung es geht. Beim Land erwartete man das Urteil in zwei bis drei Monaten.



