21.02.2012
Telekom-Affäre

Switak gibt Jagdeinladungen zu

Ja, er habe sich von der Telekom und von Liftkaiser Schultz zur Jagd einladen lassen, erklärt Landesrat Switak. Die Abschüsse in Tirol seien von geringem Wert gewesen.

Von Anita Heubacher

Innsbruck – Im Zuge der Telekom-Affäre flimmerte der Name von Christian Switak groß über den TV-Bildschirm. Switak sei, so wie andere Entscheidungsträger auch, von der Telekom zur Jagd eingeladen worden. Die intensiven Kontakte und Geldflüsse von Telekom-Managern zu Politikern werden in Tausenden E-Mails belegt, die News zugespielt wurden und nun der Staatsanwaltschaft vorliegen. Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der die Telekom-Affäre durchleuchtet, erhärten sich die Korruptionsvorwürfe.

„Ja“, er sei vom Finanzvorstand der Telekom Gernot Schieszler 2007 zur Jagd ins Burgenland eingeladen worden, erklärte LR Christian Switak gestern gegenüber der TT. 2007 war Switak noch Kabinettschef beim damaligen Innenminister Günther Platter. Die Jagd im Burgenland gehört dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Dieser soll von der Telekom 1,1 Millionen Euro bekommen haben. Zudem habe die Telekom Jagdausflüge im Wert von über 170.000 Euro geordert. Er sei nicht von Mensdorff-Pouilly, sondern direkt von der Telekom eingeladen worden, betonte Switak. Mensdorff-Pouilly ist der Ehemann von Ex-VP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, mit der Switak eng zusammengearbeitet hat und befreundet ist.

Was er geschossen habe und wie viel der Abschuss wert gewesen sei, wisse er nicht mehr, sagte Switak. „Meine Trophäen liegen im Keller und da müsste ich nachsehen.“ Damals habe er an der Einladung „nichts Anrüchiges“ gefunden. „Wenn man einen Krimi von hinten liest, dann ist das aus heutiger Sicht anders.“

Die Leidenschaft für die Jagd teilt Finanz- und Raumordnungslandesrat Switak auch mit dem Zillertaler Liftkaiser Heinz Schultz. Er habe sich öfter von Schultz zur Jagd einladen lassen, bestätigte Switak. Allerdings seien die Abschüsse nichts wert gewesen. Anrüchiges kann der Landesrat auch hier nicht finden. Einzig die Gemeinde Stans habe ihm einen hochwertigen Abschuss einer Einser-Gams geschenkt, erklärte Switak. Der Wert einer Einser-Gams liegt zwischen 1200 und 1500 Euro.

Schon einmal sorgte die Kombination Schultz/Switak für Empörung. Der Liftkaiser hatte seine 120 m2 große Dachgeschoßwohnung in der Innsbrucker Adamgasse dem Landesrat um wohlfeile 800 Euro Nettomiete im Monat überlassen. Das rief die Opposition, den Landesrechnungshof und letztlich die Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien auf den Plan. Letztere ermittelt noch. „Man versucht mir Korruption zu unterstellen. Von Korruption kann man nur sprechen, wenn es eine Gegenleistung gegeben hat“, sagte Switak. Es habe aber keine Bevorzugung von Heinz Schultz gegeben.

Der VP-Bürgermeister von Stans, Michael Huber, will den nächsten Abschuss einem Betriebsboss zur Verfügung stellen. „Dem Christian haben wir die Einser-Gams zum 40er geschenkt.“ Gegenleistung habe man sich keine erwartet. Die Gemeinde hat laut Huber einen Abschuss bei Schultz frei und musste die Gams nicht bezahlen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 21.02.2012
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