50 Minuten reichten zum Abschied
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck – Wenn es eines Zeichens bedurft hatte, dass es in der gestrigen Innsbrucker Gemeinderatssitzung um nichts mehr ging, dann war es jenes, dass nicht einmal das ansonsten übliche Catering im Vorzimmer des Plenarsaals bestellt war. Gähnende Leere herrschte dort, wo sich in den vergangenen sechs Jahren Herr und Frau Gemeinderat bei Kaffee und heißen Würstln für so manch lange Sitzungsnacht gestärkt hatten.
Um exakt drei Minuten nach 15 Uhr eröffnete BM Christine Oppitz-Plörer die letzte Sitzung des noch in Amt und Würde befindlichen Gemeinderates. Man brauchte nur in die einzelnen Gesichter der 40 Mandatare zu blicken, um zu wissen, wer am vergangenen Wahlsonntag zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern gehört hatte. Für fast die Hälfte war es gestern die ultimativ letzte Sitzung im Plenarsaal. Sie werden dem neuen Gemeinderat nicht mehr angehören. Wie etwa Bauausschuss-Obmann Martin Krulis (VP), der sich in seiner Abschiedsrede wünschte, dass „alles, was an Porzellan kaputtgegangen ist, wieder geklebt wird“. Oder Sigrid Marinell (SP), die Obfrau des Ausschusses für Soziales. Sie fragte sich selbst gar: „Was war mei Leistung?“ Hätte sie nicht selbst Antworten parat gehabt – viele ihrer Kollegen hätten ihr ohne große Mühe aushelfen können, um nur exemplarisch die Einführung des Frauennachttaxis anzuführen. Nach zwölf Jahren verabschiedet hat sich auch Kulturausschussobfrau Gerti Mayr (FI): „Danke für die vielen guten Gespräche.“
Ach ja, beschlossen wurde auch etwas: die Freigabe für rund 640.000 € an Subventionen. Nach 50 Minuten war alles vorbei. Der Saal wurde geräumt – zur Ergebnisverkündung der Bürgermeisterstichwahl am 29. April.







