20.04.2012
Innsbruck-Wahl

Wahlempfehlungen sorgen für Gesprächsstoff

Innsbrucker Kulturaktivist plakatierte gegen schwarzen Bürgermeister und für Gelb-Grün-Rot. In der SPÖ prescht Ex-Stadtrat Walter Peer vor.

Von Peter Nindler und Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – In der SPÖ sorgte eine Wahlempfehlung des Natterer Bürgermeisters Stefan Moisi für BM Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) vor der Gemeinderatswahl am Sonntag für heftige Nachwehen. Nach mehreren SMS von Innsbrucks SPÖ-Stadtparteiobmann und StR Ernst Pechlaner („Und jetzt schleich di, Moisi, und lass dich in der SP-Innsbruck nicht mehr blicken. Linker! Blender, Täuscher, kleingeistiger Möchtegern-Roter“) trat Moisi aus der SPÖ aus. Pechlaners Verweis, dass er seine Pension aus seinem Brotberuf beziehe, erfährt jetzt allerdings ein weiteres Nachspiel – siehe unten.

Während die SMS-Affäre noch nicht einmal verpufft ist, prescht jetzt der ehemalige SPÖ-Stadtrat Walter Peer vor. Obwohl sich die SPÖ noch nicht entschieden hat, für wen oder ob sie überhaupt für einen Kandidaten bei der Bürgermeister-Stichwahl am 29. April eine Empfehlung abgibt, steht für Peer bereits fest: Ungeachtet dessen, dass kein roter Bürgermeisterkandidat mehr zur Auswahl steht, wisse er schon, wo er sein Kreuz machen werde: „Beide Kandidaten sind für mich wählbar. Ich habe ja auch mit beiden eine Zeitlang zusammengearbeitet. Ich werde aber Christoph Platzgummer wählen.“ Dieser sei für ihn ein Zukunftssignal mit Visionen, fügt der einstige SPÖ-Hoffnungsträger hinzu.

Einmal mehr greift auch der Innsbrucker Kulturaktivist und Chef des Kulturveranstaltungszentrums „Treibhaus“ Norbert Pleifer in den Innsbrucker Wahlkampf ein. Seine Wunschkoalition klebte am Donnerstag auf den Plakatständern in der Landeshauptstadt: „Bitte keinen schwarzen Bürgermeister“, steht auf den schwarzen Plakaten, gleichzeitig symbolisieren eine rote und gelbe (Bürgermeisterliste „Für Innsbruck“) Rose und ein grünes Basilikumbüschel seinen politischen Wunsch für die nächsten sechs Jahre in Innsbruck. Offen unterstützt er Christine Oppitz-Plörer.

Ebenfalls viel Gesprächsstoff gibt es heute Abend in der Tiroler FPÖ. Nach der lautstarken Inszenierung und grölenden Rückstrittsaufforderungen an Parteichef Gerald Hauser dürfte dessen Gegenkandidat vom Parteitag im Vorjahr Richard Tautscher wohl ausgeschlossen werden. Tautscher hat sich zwischenzeitlich für seinen aggressiven Ton beim Landes- und Bundesparteivorstand entschuldigt, inhaltlich bleibt er aber bei seiner Kritik.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 20.04.2012
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