In der Pflege braucht es 1300 zusätzliche Mitarbeiter
Masterplan zum Ausbau der Pflege
Mobile Dienste: Die Sozial- und Gesundheitssprengel leisten derzeit 770.000 Arbeitsstunden pro Jahr. Bis 2022 soll die Zahl der Stunden auf eine Million steigen.
Tagespflege: Pflegebedürftige werden tagsüber in Heimen betreut, übernachten aber in den eigenen vier Wänden. Die Tagespflege dient auch zur Entlastung der Angehörigen. Die Zahl der Plätze soll von 145 auf 420 steigen.
Kurzzeitpflegeplätze: Pflegebedürftige werden vorübergehend betreut, wenn pflegende Angehörige beispielsweise eine Auszeit brauchen. Hier wird von derzeit 65 Plätzen auf 215 aufgestockt.
Betreutes Wohnen: In den eigenen vier Wänden werden Pflegebedürftige betreut. Ein Ausbau von 560 auf 965 Plätze ist geplant.
Stationäre Pflegebetten: 1320 neue Heimplätze sollen in den nächsten zehn Jahren gebaut werden.
Mobile Hospiz- und Palliativversorgung: Derzeit laufen Pilotprojekte in Lienz und Reutte. Ein flächendeckender Ausbau ist geplant.
Von Anita Heubacher
Innsbruck – In Tirols Altenheimen gibt es 2700 Vollzeitjobs in der Pflege, bei den Sozial- und Gesundheitssprengeln tun 1300 Mitarbeiter ihren Dienst. Der Bedarf an Pflege wird aufgrund der Demographie steigen.
„In den nächsten zehn Jahren rechnen wir mit 1300 neuen Arbeitsplätzen im Pflegebereich“, erklärt LH Günther Platter. Dementsprechend müsse in der Ausbildung nachjustiert werden. Zusätzliche Klassen werden installiert, vorausgesetzt, es finden sich genügend Bewerber, die sich für einen Job in der Pflege interessieren. Schon derzeit ist es schwer, diplomiertes Personal für Altenheime zu engagieren. „Der stufenweise Ausbau sieht vor, dass spätestens 2016 jährlich mindestens sechs bis sieben Ausbildungsklassen dazukommen“, erklärt Platter. Im Thema Pflege sieht er „die Herausforderung für die Zukunft“.
Nach einem Streit ums Budget hat Soziallandesrat Gerhard Reheis (SP) einen Masterplan „Pflege“ erarbeiten lassen. Darin wird die Zukunft der Pflege bis 2022 festgeschrieben. Die Landesregierung hat das Papier abgesegnet. Jetzt wird der Masterplan in den Bezirken vorgestellt. In Landeck, Imst, Kufstein, Schwaz und gestern in Innsbruck-Land wurde bereits über zusätzliche Heimbetten und den Ausbau der mobilen Pflege diskutiert.
Ansprechpartner für Reheis sind die Planungsverbände. Damit will das Land verhindern, dass Gemeinden im Alleingang ein Heim bauen. 1300 Betten sollen in den nächsten zehn Jahren entstehen. Durchschnittlich 120 neue Betten pro Jahr. „Ein Knackpunkt ist, festzulegen, wer wann welche Betten bauen kann“, erklärt Reheis gegenüber der TT. In erster Linie seien auch hier die Planungsverbände gefragt. Das Gesprächsklima in den Bezirken bezeichnet Reheis als „sehr konstruktiv“.
Eine Angleichung will das Land bei den Kosten pro Heimplatz erreichen. Werden in Innsbruck pro Platz 90.000 Euro investiert, sind es in Nußdorf-Debant beispielsweise kalkulierte 130.000 Euro.








