Ampel zockt ÖVP in Innsbruck ab
Von Manfred Mitterwachauer und Anita Heubacher
Innsbruck – Im Tivoli verfolgten gestern LH Günther Platter und Christoph Platzgummer das Wacker-Spiel. Unentschieden lautete das Ergebnis am Fußballplatz. Ein schweres Foul setzte es hingegen im Rathaus für die VP. Sie soll leer ausgehen beim Rennen um den Vizebürgermeistersessel. Die Wogen in der Partei gingen hoch. Parteichef Platter wollte dazu nichts sagen. Das Schweigen des Parteichefs sorgt für Verärgerung unter den VPlern. Platter hätte schon längst einen Landesparteivorstand einberufen sollen, heißt es. Der Riss in der Partei werde immer offensichtlicher, es gebe keine Linie. Dem Parteichef wird Führungsschwäche attestiert. Dazu will LHStv. Anton Steixner nichts sagen, wohl aber zu Innsbruck. „Der ÖVP nicht den Vizebürgermeister anzubieten, ist eine Provokation.“ Dies widerspreche auch dem Wählerwillen. Ohne Vizebürgermeister müsse sich die VP ernsthaft überlegen, in Innsbruck in Opposition zu gehen, meint Steixner.
Bürgermeisterin Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) hatte ihre Koalitionsbildung am frühen Samstagabend abgeschlossen. Allen Verhandlungspartnern (Grünen, SPÖ und ÖVP) wurden Angebote über Ressorts und Ämter gelegt.
Die stimmenstärkste Fraktion im Gemeinderat, die ÖVP, soll am meisten bluten. So fordern sowohl FI als auch die Grünen die prestigeträchtigen Vizebürgermeisterposten für sich ein. Sonja Pitscheider (Grüne) soll am Mittwoch zur ersten Vizebürgermeisterin gekürt werden. Christoph Kaufmann (FI) bleibt zweiter Vizebürgermeister.
Wie gut informierte Kreise bestätigten, dürften die Ressorts wie folgt verteilt werden: Der ÖVP – sofern sie Partner in einer Innsbrucker Koalition sein will – wurden die Ressorts Arbeit, Wirtschaft und Tourismus, die Wohnungsvergabe, das Sozialressort und die Land- und Forstwirtschaft angeboten.
Die Grünen, die schon vor der Bürgermeisterstichwahl mit Oppitz-Plörer einen Pakt geschlossen hatten, übernehmen den Verkehr, die Umwelt, das Amt für Grünraum sowie die Stadtplanung. Damit dürfte auch klar sein, wer bei den Grünen Favorit auf den zweiten Stadtratposten ist: Gerhard Fritz.
Auf die Sozialdemokraten wartet das Bildungsressort, ergänzt durch die Kindergärten und drei Ausschussvorsitze. Eventuell auch das Sozialwesen – aber nur, sofern es zur Ampelkoalition kommt.
Für die Bürgermeisterfraktion hat sich Oppitz-Plörer – wenig überraschend – die Finanzen, das Personalwesen und die Kultur gesichert. Des Weiteren fallen der FI-Liste die Ressorts Feuerwehren, Tiefbau, Sport, Gesundheit, Familien/Kinder, Veterinärwesen, Straßenbetrieb zu.
Mit diesem Angebot gehen nun alle vier Verhandlungspartner heute Abend in ihre Gremien. Ob die ÖVP-Fraktion der mageren Ausbeute und somit dem Regierungseintritt zustimmen wird, darüber gingen gestern die Meinungen auseinander. Wenn nicht, wartet die Opposition. Die Alternative einer Ressortübernahme, ohne Teil der Koalition zu sein, gilt als unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Platzgummer schwieg gestern.






