16.05.2012
Innsbruck Land

Valser müssen eine Schule schließen

Von Christoph Mair

Vals – Genau heute in einer Woche trifft sich der Gemeinderat von Vals zu einer wichtigen wie heiklen Entscheidung. Aus den zwei Volksschulen St. Jodok und Vals soll auf Druck des Landes hin eine werden.

Der für die Gemeinden zuständige LR Johannes Tratter habe bei seinem Besuch in Vals die Zentralisierung der Schulen und des Kindergartens zur Bedingung für eine finanzielle Unterstützung bei der Sanierung des Schulgebäudes St. Jodok gemacht, erklärt Bürgermeister Klaus Ungerank im TT-Gespräch. Trotz anfänglicher Skepsis habe er Verständnis für die Haltung des Landes, „schließlich reden wir hier von zwei Kleinschulen“. Die VS Vals werde derzeit einklassig mit 14 Kindern geführt, jene in St. Jodok zweiklassig, „mit Tendenz zur Einklassigkeit in zwei Jahren“, spricht der Ortschef die aktuell rückläufigen Schülerzahlen an.

Etwas Bauchweh dürfte den Mandataren die Entscheidung dennoch bereiten. Nicht nur, weil die Frage natürlich Gesprächsthema Nummer eins im Ort ist, auch wenn von einer Zerreißprobe wie vor wenigen Jahren bei der Schulzusammenlegung in Navis noch nichts zu spüren ist. Mit Schmerzen verbunden ist die Standortwahl auch deswegen, weil die Schule in Vals erst vor 13 Jahren neu gebaut wurde und sich als modernes Gebäude präsentiert. St. Jodok müsste eben erst saniert werden. Dennoch spreche vieles für diesen Standort, betont Ungerank. St. Jodok sei nun einmal das Zentrum der Gemeinde mit der Pfarrkirche. Außerdem biete sich für den Mittagstisch, der früher oder später kommen werde, die Möglichkeit, sich von einem Gasthaus bekochen zu lassen. Sollte die Wahl auf Vals fallen, müssten auch dort für den Kindergarten erst Räumlichkeiten geschaffen werden, räumt der Ortschef ein. Hingegen gebe es bereits Ideen zur Nachnutzung der Schule in Vals: Ein Haus der Vereine oder eines der Natur sei genauso denkbar wie die Nutzung für kleinere Veranstaltungen. Zunächst könnte die Valser Schule noch Ausweichquartier während der Sanierung in St. Jodok sein, die 2013 starten könnte, hofft Ungerank. Kostenschätzung: rund zwei Millionen Euro.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 16.05.2012
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