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Landtagswahl

Lindenberger Spitzenkandidat von neuer Landtagsliste

Das politische Jahrbuch 2013 zeichnet eine neue Dynamik in der Landespolitik seit 2008. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

Von Peter Nindler

Innsbruck – Die Spekulationen sind zu Ende, heute Vormittag wurde eine neue bürgerliche Liste für die Landtagswahl offiziell präsentiert, nachdem sie erst in den frühen Morgenstunden am Mittwoch offiziell registriert wurde. „Wir wollen einen neuen, offenen Stil in die Tiroler Politik bringen. Als erfahrene Sachpolitiker stehen wir zu konstruktiven Entscheidungen für das Land Tirol. Wir sagen ja zu einer lösungsorientierten Politik und sagen nein zu ideologischen Sachzwängen“, erklärt Hans Lindenberger die Ziele für die neue Bewegung

Der ehemalige Landesrat Lindenberger, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Ex-VP-Landesrätin Anna Hosp haben die Gründung der Gruppierung forciert.

„Vorwärts Tirol“ lautet ihre Devise und Listenname, Spitzenkandidat wird Hans Lindenberger sein. Der neuen Liste gehören viele Funktionäre der Tiroler Volkspartei an. „Demnächst wird die neue Bewegung die Spitzen der Landesliste der Öffentlichkeit präsentieren“, kündigten die Listen-Gründer heute an.

Hosp und Oppitz-Plörer traten in der Vergangenheit als Kritiker des aktuellen Kurses der Tiroler Volkspartei auf. Bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl 20012 kam es zum offenen Bruch zwischen Oppitz-Plörer und VP-Chef LH Günther Platter.

Lindenberger kehrte enttäuscht der SPÖ den Rücken, er kam nach der Landtagswahl 2008 nicht mehr als Regierungsmitglied zum Zug. Mehrfach hatte er danach versucht, den ehemaligen SP-Chef Hannes Gschwentner zu stürzen. Zuletzt trat er aus der SPÖ aus.

„Starke Opposition“

Bereits in der zu Ende gehenden fünfjährigen Landtagsperiode spricht der Innsbrucker Politologe Ferdinand Karlhofer von einer politischen Zäsur. „Es ist ein neuer Stil in der Landespolitik zu beobachten. Die Regierung sitzt nicht mehr einer hilflosen, sondern einer starken Opposition gegenüber.“ Die Opposition habe gearbeitet, die Anfragen seien von 400 auf 800 in die Höhe geschnellt und Rechnungshofprüfungen durchgesetzt worden. „Das weist den Weg in die Zukunft. Die prädominante Rolle der ÖVP ist vorbei“, fügt Karlhofer hinzu.

Und dreieinhalb Monate vor der Landtagswahl schickt sich jetzt auch eine weitere bürgerliche Gruppierung an, die 40,5 Prozent der ÖVP von 2008 zu minimieren und ihre führende Rolle weiter zurückzudrängen.

Kandidatensuche noch nicht abgeschlossen

Heute wurden in der Öffentlichkeit die Weichen gestellt. Das Triumvirat der Listen-Gründer hat in den vergangenen Wochen Kandidaten angeworben: Ex-LR Hans Lindenberger, der zwischenzeitlich aus der SPÖ ausgetreten ist, die ehemalige VP-Hauptgeschäftsführerin und Landesrätin Anna Hosp sowie Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer bilden dieses Dreigestirn. Die Kandidatensuche ist noch nicht abgeschlossen.

Gemeindeoberhäupter wie Maria Zwölfer aus Lermoos oder der ehemalige Innervillgrater BM Josef Schett gelten als weitere Unterstützer und Kandidaten der Sammelpartei, die mit dem Slogan „Vorwärts Tirol“ punkten möchte. Ein prominenter Bauernbund-Politiker hat abgesagt. Bauernkammerpräsident Josef Hechenberger bleibt dem ÖVP-Bauernbund treu.

Für den Politologen Karlhofer muss die neue Liste die Konfrontation mit der ÖVP und Landeshauptmann Günther Platter suchen, um erfolgreich zu sein. „Schließlich geht es darum, sich von den anderen bürgerlichen Gruppierungen abzugrenzen.“ Aber allein die Debatten würden zeigen, dass die ÖVP wenige Monate vor der Wahl nicht geschlossen auftritt.