„Windräder verschandeln die Berge“
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Die Eingriffe in das Landschaftsbild rund um die Venet-Bergstation sind laut LA Willi von den Grünen massiv. Daher komme es auf ein paar Windräder nicht an. LA Gurgiser kritisiert diese Argumentation scharf. Foto: Wenzel
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Von Helmut Wenzel
Landeck, Zams, Fließ – Er sei entsetzt „über den selbst ernannten Energiesprecher“ LA Georg Willi von den Grünen, erklärte LA Fritz Gurgiser am Donnerstag. Der Standpunkt der Grünen im Zusammenhang mit dem Windparkprojekt am Venet sei unerträglich. Willi hatte argumentiert: „Wenn hier noch vier bis sechs Windräder errichtet werden, ist das keine zusätzliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ – die TT berichtete am Dienstag.
„Wenn das alles so einfach wäre, müssten sich die Grünen ja sofort aus der Transitdiskussion ausklinken“, zeigt Gurgiser auf. Nach deren „Logik“ müsste auch der steigende Verkehr im Inntal egal sein, „weil die Luft im Nordtiroler Sanierungsgebiet von Kufstein bis Landeck ohnedies schon schlecht ist“.
Tirol sei kein „Windradland“, betonte Gurgiser. „Das eigene Land und die Berge mit Windrädern noch mehr zu verschandeln und unattraktiv zu machen, ist wohl der allerletzte Ausweg.“ Zuerst müsse Tirol die Wasserkraft sorgsam nutzen und sämtliche Sparpotenziale ausschöpfen. Er plädiere für etwas mehr Respekt vor den Bergen und Gipfelkreuzen in Tirol.
Der Landecker Windpark-Initiator Günter Kramarcsik bezweifelt Gurgisers Ortskenntnisse und erläutert: „Die am Meranzköpfl geplante Anlage ist rund 850 Meter von der Bergstation der Venetbahn entfernt. Vom Talkessel Landeck-Zams sind die Windräder nicht zu sehen. Erst ab einer Entfernung von sechs Kilometern sieht man die Windräder in Zündholzgröße.“ Er lade Herrn Gurgiser gerne zu einem Lokalaugenschein ein.
Neben Gurgiser lehnen auch Wirtschaftskammerobmann Toni Prantauer sowie der Zammer BM Siggi Geiger den Windpark ab. „Wir sind ein Tourismusbezirk und sollten die Gäste nicht mit einer derartigen Anlage vor den Kopf stoßen“, stellte Prantauer klar. „Der Venet ist ein zentraler Aussichtsberg, der keinesfalls weiter mit technischen Anlagen verbaut werden darf.“ Sehr wohl könne er sich zwei bis drei „landschaftsverträgliche“ Standorte im Bezirk vorstellen, wo Windparks gebaut werden könnten. „Immer vorausgesetzt, dass die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen.“
Der Tiroler Alpenverein wehrt sich zumindest nicht grundsätzlich gegen Windenergie. Seinen Standpunkt zum Vorhaben am Venet werde er aber erst erklären, wenn das Ergebnis der Windmessungen vorliegt, sagte Bernd Noggler, Vorsitzender der AV-Sektion Landeck.
Zur Frage, wo der angekündigte Windkriterienkatalog des Landes bleibt, sagte LHStv. Anton Steixner: „Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis wir wissen, ob das Venet-Projekt auf Grund der Kriterien machbar ist oder nicht.“ Der Katalog werde, so Steixner, voraussichtlich in der Tiroler Raumordnungsplanung angesiedelt. Grundsätzlich habe Windenergie für ihn einen hohen Stellenwert, betonte Steixner: „Zuerst kommt in Tirol die Wasserkraft, gleich danach die Windenergie und dann erst der Solarstrom.“ Allerdings könne er sich nur einige wenige Windräderstandorte vorstellen. Laut Windatlas Österreich sei das Windpotenzial am Venet zu gering, bemerkte Steixner.






