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Landtagswahl 2013

Grüne wollen Zweite werden, Stronach will‘s eher wissen

Die Grünen wollen regieren und könnten sich auch vorstellen, Günther Platter zum Landeshauptmann zu machen. Das Team Stronach ist umtriebig.

Von Anita Heubacher

Innsbruck – Dieses Wochenende kommt Frank Stronach aus Kanada nach Österreich. Beim Heimatbesuch soll geklärt werden, ob das Team Stronach in Tirol antritt und wenn ja, mit wem. Sicher nicht Spitzenkandidat ist Hans-Peter Mayr. Der 37-jährige Jurist ist zwar zum Obmann und Geschäftsführer in Personalunion gekürt worden, an der Spitze gebe es aber eine Überraschung, hieß es gestern.

So tauchte der Name des Ex-FPÖlers und Bobfahrers Ingo Appelt auf. Ob er an den Start geht, wollte Appelt gestern nicht kommentieren. „Sicher nicht“, bremste Alois Wechselberger. Der Ex-FPÖler aus dem Zillertal ist der Koordinator des Team Stronach in Tirol. Gespräche hat es mit vielen verschiedenen Kandidaten gegeben. Fusionsgelüste soll auch Patrick Pfurtscheller haben. Jener Mann, der den begehrten Listennamen „Für Tirol“ für sich in Anspruch genommen hat und ursprünglich mit einer eigenen Liste antreten wollte. Die Lockrufe Pfurtschellers seien bis dato jenseits des Großen Teiches ungehört verhallt.

Fern- und Weitsicht wollten gestern auch die Grünen demonstrieren. Man lud zur Pressekonferenz in ein Café mit Ausblick. Die Grünen wollen die zweitstärkste Kraft im Land werden. Sie steuern ihr Wahlergebnis von 2003 an. Vor zehn Jahren lagen die Grünen bei 15 Prozent. 2008 stürzten sie auf zehn Prozent ab.

Jetzt können sich die Grünen auch vorstellen, mit einer ÖVP unter Günther Platter zu regieren. Das System müsse sich ändern, „das Austauschen eines Kopfes reicht nicht“, meinte die grüne Spitzenkandidatin Ingrid Felipe. Im Sommer letzten Jahres hatte das noch weit schärfer geklungen. Da schloss Felipe eine Zusammenarbeit „mit dem System Platter“ aus.

Die ÖVP ihrerseits würde innerhalb der Grünen gerne Köpfe tauschen. In der Funktion eines Landesrates kann sich die ÖVP am ehesten Georg Willi und weniger Felipe und schon gar nicht LA Gebi Mair vorstellen. Offiziell sagt das natürlich niemand. Georg Willi bestätigte gestern erneut, dass er für den Nationalrat kandidiere. „Das Personal kann sich die ÖVP nicht aussuchen.“

Die Grünen rechneten mit Rot-Schwarz in Tirol ab. Fazit: Die ÖVP-SPÖ-Regierung sei eine Bedrohung mit Ablaufdatum. Vom Naturschutz bis hin zur Frauenpolitik liege vieles im Argen. Das wiederum rief die ÖVP auf den Plan. Für VP-Klubobmann Josef Geisler geht die grüne Kritik ins Leere. In die Ferne gedacht, sieht Felipe durch die neue Liste rund um Hans Lindenberger „viele Optionen, die sich nach der Wahl auftun“.