24.01.2013
Innsbruck Land

Kematen deutet Ausstieg aus Kraftwerk Sellrain an

Der Gemeinderat berät am Dienstag in einer eigenen Sitzung über das Gemeinschaftskraftwerk. Ein Ausstieg wird immer wahrscheinlicher.
Bis das Gemeinschaftskraftwerk gebaut wird, fließt noch viel Wasser die Melach hinunter.Foto: Paumgartten
Foto: Paumgartten

Von Sabine Kuess

Kematen – Das Gemeinschaftskraftwerk Sellrain war schon öfter Thema von Gemeinderatssitzungen in Kematen. Am kommenden Dienstag, 29. Jänner, widmet sich der Gemeinderat in einer Sitzung nur diesem einen Thema – „Beratung und Beschlussfassung zum regionalen Kraftwerk an der Melach“ heißt es auf der Tagesordnung. Diesmal gilt es die „Parameter festzulegen“, wie Gemeindevorstand Elmar Michael (Gemeinsam für Kematen) im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung erklärt. Bereits in der vergangenen Sitzung diskutierte der Gemeinderat über den Gesellschaftsvertrag für das Gemeinschaftsprojekt der sieben Regionsgemeinden. Damals war man sich einig: „Kematen legt ein Arbeitspapier bis 31. Jänner vor. Wenn unsere Änderungen nicht angenommen werden, sind wir nicht dabei“, verkündete in der Sitzung vom 18. Dezember 2012 Bürgermeister Rudolf Häusler und fand damit breite Zustimmung.

Ob auch ein Ausstieg wahrscheinlich sei am Dienstag? „Das wird der Gemeinderat am Dienstag entscheiden. Die Zeichen stehen aber eher dafür“, sagt Häusler auf Anfrage der TT. Auch Elmar Michael betont: „Wir lassen uns auf keine Abenteuer ein. Es geht darum, die Parameter festzuschreiben und am Dienstag noch zu feilen. Die anderen Gemeinden können Ja sagen. Aus meiner Sicht plädiere ich sonst für einen Ausstieg.“

Das Tiwag-Tochterunternehmen „wasser tirol“ begleitet das Gemeinschaftskraftwerksprojekt. Geschäftsführer Ernst Fleischhacker würde es „persönlich bedauern, wenn Kematen nicht mitmachen würde. Der Gemeinschaftsgedanke des Projektes wäre dadurch mehr oder minder gebrochen.“ Ein wesentlicher Punkt, den die Kemater kritisieren, ist die Finanzierung. Kematen und Oberperfuss würden je eine knappe Million Euro Kapital in die Gesellschaft stecken. Zu viel „Risiko“ für die meisten der Gemeinderäte. „Das würde ich als Grund nicht anerkennen, dass man sagt, da steigt man jetzt aus. Wenn man uns zu Rate zieht, werden wir mithelfen, dass sie über die Hürden drüberkommen“, wirft Fleischhacker ein. Bisher habe Kematen aber nicht Kontakt aufgenommen.

Für Energiereferent LHStv. Anton Steixner wäre das Gemeinschaftskraftwerk an der Melach „ein Musterprojekt“, an dem das Land „massiv interessiert“ sei. Sollte Kematen nicht mehr dabei sein, werde es wahrscheinlich einen Energieversorger bei der Umsetzung brauchen. „Wenn Kematen aussteigt, werden die anderen hoffentlich trotzdem weitermachen.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 24.01.2013
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