In Pfunds geht Ära des Widerstands zu Ende
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Der Plan für die Stromgewinnung am Inn (hier bei Altfinstermünz) beschäftigt das Obergricht bereits seit Jahrzehnten.Foto: Reichle
Foto: Matthias Reichle
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Von Matthias Reichle
Pfunds – Dieser Tage jährt es sich, dass Bürgermeister Gerhard Witting 33 Jahre „am GKI dran“ ist. Vorgestern Abend ging für ihn deshalb eine Ära zu Ende. Die Gemeinde gab ihren Widerstand gegen das Kraftwerksprojekt, das im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz verwirklicht werden soll, auf. Wie bereits in der Gemeinderatssitzung in Ried angekündigt, stimmte die Mehrheit der Mandatare in Pfunds für eine Einigung mit der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH.
Mit 12 zu 3 der Stimmen akzeptierten die Gemeinderäte das befristete Angebot. „Die drei Gegenstimmen sehe ich positiv“, erklärte Witting am Tag nach der zweieinhalbstündigen Debatte. Damit werde dokumentiert, dass die laufenden Entschädigungszahlungen nicht zufriedenstellend seien.
Das GKI und Pfunds haben eine lange Vorgeschichte und beschäftigten die Gemeinde bereits seit den frühen 80ern, betont Witting. Die Pläne dafür sind noch älter und stammen aus der Zeit vor dem Weltkrieg.
„Es ist eine Vernunftsentscheidung“, kommentierte Witting nun die Zustimmung, „am Projekt selbst erreichen wir nichts mehr. Leid tut mir, dass man die wesentlich bessere Variante nicht umgesetzt hat, obwohl sie möglich gewesen wäre“, erinnert er an die Planungen der Obergrichter Bürgermeister. Sie hatten ein eigenständiges Kraftwerksprojekt ausgearbeitet, das von der Behörde aber abgelehnt wurde. Über die Höhe der Entschädigungen wollte Witting vorerst nichts sagen. Laut dem Entschädigungsschlüssel erhält Pfunds 21,85 Prozent der jährlich ausgeschütteten Summe von 550.000 Euro für unmessbare Schäden. Zusätzlich federt das GKI die Belastungen der Bauphase mit 1,9 Millionen Euro ab. Es handelt sich dabei um eine Summe, die in der gesamten Region aufgeteilt werden soll und nicht einer einzelnen Gemeinde zugutekommt.
Die Gemeinde gibt damit auch ihren Plan auf, vor den Verwaltungsgerichtshof zu ziehen. Die Anwaltskosten, die die Vorbereitung dieses Vorhabens gekostet hat, seien aber gerechtfertigt gewesen, so Witting, weil sie die Verhandlungsposition gestärkt hatten.
Ausständig sind die Verhandlungen mit der Agrargemeinschaft Pfunds. Obwohl sie eine Gemeindegutsargar ist, muss es separate Gespräche geben, so Witting. Hier wartet man, dass das GKI auf die Bauern zukomme. Das alte Angebot liegt bei 50 Cent pro Laufmeter für den späteren Stollen, der unter Agrargrund verläuft, berichtet Agrarchef Rupert Schuchter. Nun wartet man auf neue Signale.



