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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 25.01.2013

Beim Abfall machen sechs Dorfchefs gemeinsame Sache

Der Mayrhofner Recyclinghof hat neue Miteigentümer. Bürger aus sechs Orten können hier ab sofort kostengünstig Müll entsorgen.

Von Angela Dähling

Mayrhofen – Miteinander mehr Service bieten und dabei Kosten sparen – das ist das Motto, unter dem die Gemeinden Mayrhofen, Brandberg, Ramsau, Schwendau, Hippach und die Fraktion Ginzling gemeinsam ihren Bürgern einen Recyclinghof anbieten. Selbiger wurde 1995 am nördlichen Ortsende von Mayrhofen durch die Gemeinde Mayrhofen und Brandberg errichtet. Jetzt sind auch die anderen Orte Miteigentümer an der Betriebsanlage geworden.

Für Mayrhofen und Brandberg wirkt sich das positiv im Geldsackerl bei künftigen Investitionen aus. „Für die anderen Gemeinden und die Fraktion Ginzling verringern sich ab sofort die Betriebskosten um durchschnittlich 60 Prozent“, erläutert der Mayrhofner Bürgermeister Günter Fankhauser. Beispiel Schwendau: Hier sinken die jährlichen Kosten gar von knapp 25.000 Euro auf rund 9000 Euro.

Der Gemeindechef weist zudem auf die Erweiterung der Öffnungszeiten auf 36 Wochenstunden hin und auf eine flexiblere Einteilung der Mitarbeiter. Diese soll auch in Kooperation mit den Recyclinghöfen in Zell und Kaltenbach gelingen. Denn bei allen drei ist die Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM) Betreiber. ATM-Geschäftsführer Alfred Egger hat das ehrgeizige Ziel, dass alle Bürger der Region alle darin befindlichen gemeindeeigenen Recyclinghöfe ansteuern können. Der Zillertaler Planungsverbands­obmann LA Josef Geisler will diese Pläne talweit umsetzen. „Das Ganze muss langsam wachsen, wobei es sich wegen der Kosteneffizienz schließlich wie von selbst ergeben dürfte“, meint er.

Die Kosten für die Infrastruktur Recyclinghöfe Zell, Mayrhofen und Kaltenbach liegen laut ATM-Chef Egger bei ca. drei Euro pro Einwohner. Die Region sei mit einer Verwertung von 93 Prozent der Siedlungsabfälle in Österreich führend. Die Restmüllmenge habe sich in den letzen 20 Jahren um zwei Drittel verringert.

In Mayrhofen gibt es auch einen privat geführten Recyclinghof, den etliche Mayrhofner angesteuert haben, wenn der gemeindeeigene geschlossen oder weil er schneller zu erreichen war. „Wir haben eine Aufforderung an unsere Bürger geschickt, ausschließlich den gemeindeeigenen Recyclinghof anzufahren“, erklärt Fankhauser. Und ATM-Chef Alfred Egger verweist auf eine Stellungnahme der Abteilung Umweltschutz des Landes. „Der von einem Privatunternehmen geführte Recyclinghof darf nur jene Abfälle annehmen, die per Vertrag bestellt wurden. Derzeit sind es z. B. jene von Finkenberger Bürgern.“ Das dortige Entsorgen von Abfällen z. B. von Mayrhofnern, Ramsauern oder Ginzlingern verstoße gegen das Gesetz.