Liftehe Schlick-Lizum spaltet Innsbrucks Stadtpolitik
Von Christoph Mair
Innsbruck – Wie im Land Tirol generell, so zieht sich auch durch den Innsbrucker Gemeinderat ein teils tiefer Spalt, wenn es um die umstrittene Seilbahnverbindung zwischen der Axamer Lizum und der Schlick durch das Ruhegebiet Kalkkögel geht. Das zeigte sich deutlich bei einer Präsentation des Projekts Skigroßraum von Mutters bis Neustift durch das zuständige Planungsbüro am Donnnerstag im Innsbrucker Gemeinderat.
Während Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) schon im Vorfeld als erklärte Befürworterin des Zusammenschlusses aufgetreten war, lehnen nicht nur die Grünen in Innsbruck die Erschließung des Ruhegebietes ab. Auch in der Regierungskoalition gibt es massive Zweifel an der Sinnhaftigkeit.
SP-Gemeinderat Helmut Buchacher verwies auf klare rechtliche Schranken gegen die seilbahntechnische Überquerung der Kalkkögel und folgerte daraus, „dass sich das mit der SPÖ, speziell mit der SPÖ Innsbruck nicht spielen wird“. Ja sagte er hingegen zur Verbindung zwischen Mutters und der Lizum. Buchacher wollte auch die Frage beantwortet wissen, was im Falle der Umsetzung des Skigroßraumes mit letztlich 120 Pistenkilometern mit den umgebenden Kleinskigebieten von Mieders bis zum Glungezer passiere, in die bereits viele Steuermillionen geflossen seien. Oppitz-Plörer hielt dem entgegen, dass es weder Aufgabe des Planungsbüros noch der Projektbetreiber sei zu erklären, wie andere ihre Skigebiete attraktivieren können.
Die Bürgermeisterin forderte auch eine klare Unterscheidung zwischen den einzelnen Bestandteilen der Großraumlösung ein. So seien die Verbindungen zwischen Mutters und der Axamer Lizum und von Neustift in die Schlick nicht vom Ausschlusskriterium Ruhegebiet betroffen. Die Erklärung der Vertreter des Planungsbüros, dass die Kosten für die erste Ausbaustufe inklusive der Überspannung des Ruhegebiets 72 Mio. Euro betragen, die Betreiber die Hälfte davon aufbringen würden und der Rest aus öffentlichen Mitteln kommen soll, stieß eine Diskussion an, was darunter zu verstehen sei. Während GR Gerhard Fritz fragte, woher die 36 Mio. Euro in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommen sollen, bestand Oppitz-Plörer darauf, dass die beiden Tourismusverbände, die je 15 Prozent aufbringen sollen, ihre Entscheidungen autonom treffen sollen, z.B. auch zum Erhalt touristischer Anlagen. Für ihren Parteikollegen GR Hans Haller sind Investitionen hier höchst an der Zeit, denn der Skitourismus in Innsbruck sei zum Erliegen gekommen. „Mich erinnert das alles an die Verhinderungsdiskussion am Patscherkofel.“
Uneinig ist die ÖVP: Vize-BM Franz Gruber ortet Chancen im Zusammenschluss, seinem Parteifreund Martin Krulis geht alles viel zu schnell. Er fordert ein Zurück an den Start, um zu erforschen, was die Gäste wirklich wollen.



