05.03.2011
Innsbruck Land

Ein Schritt zurück soll die Skigebiete vorwärts bringen

Für die Bürgermeister hat die Verbindung der Skigebiete Schlick und Lizum vorerst keine Priorität mehr. Mutters/Lizum und Neustift/Schlick haben Vorrang.
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Von Peter Nindler

Axams – Aufgeben wollen die Bürgermeister den Zusammenschluss der Axamer Lizum mit der Schlick 2000 über das Ruhegebiet Kalkkögel nicht, „aber wir haben das Signal von LH Günther Platter verstanden“. Der Axamer Bürgermeister Rudolf Nagl machte am Freitag einen Schritt zurück. „Wir werden weiter planen, aber jetzt das Machbare in den Vordergrund stellen. Den Wunsch nach einer Verbindung von der Schlick mit der Lizum geben wir aber nicht auf.“

Die Bürgermeister des Stubaitals und des westlichen Mittelgebirges haben sich gestern mit den Touristikern auf diese Vorgangsweise geeinigt. Priorität hat jetzt die Seilbahn von der Mutterer Alm in die Axamer Lizum. 9,5 Millionen Euro werden für dieses Projekt veranschlagt. In den nächsten Wochen soll es eingereicht werden.

Eine Steuerungsgruppe wird ebenfalls eingesetzt, „damit wir uns besser abstimmen können“, erklärt der Obmann des Planungsverbandes Stubaital BM Manfred Leitgeb (Mieders). Für seinen Kollegen aus Neustift, Peter Schönherr, geht es darum, die Vorgangsweise zu ändern. „Wir werden jetzt eben die Einzelschritte vorziehen. Dazu zählt auch die Seilbahn von Neustift in die Schlick.“ Man wolle die Hausaufgaben machen, wie er hinzufügt.

Obwohl die Bürgermeister und Touristiker nach wie vor am Großraumskigebiet festhalten und hoffen, „dass es auch einmal einen politischen Willen gibt, eine Seilbahn über die Kalkkögel zu errichten“ (Schönherr), sind sie optimistisch, dass sie der Schritt zurück ebenfalls nach vorne bringt. Ein möglicher Rückzug der drei Seilbahnbetreiber in Mutters, in der Lizum und in der Schlick ist wegen der geplatzen Skigebietsverbindung über die Kalkkögel kein Thema mehr. „Die Betreiber stehen voll hinter uns, auch die Firma Fröschl denkt in der Lizum an keinen Verkauf“, betont Nagl.

Der Obmann des Tourismusverbandes Innsbruck und seine Feriendörfer, Karl Gostner, baut auf die Kraft des Faktischen. Die Kritik an der Verbindung Schlick/Lizum hält er für überzogen. „Wir müssen jetzt massiv aufklären.“ So rasch wie möglich wünscht er sich den Zusammenschluss von Mutters mit der Axamer Lizum. Der Stubaier Tourismuschef Sepp Rettenbacher hofft ebenfalls auf einen politischen Meinungsschwenk. Neben den Planungen für die neue Bahn von Neustift in die Schlick soll es in der Schlick zudem strukturelle Verbesserungen geben.

Auf eines wollen die Bürgermeister jedoch nicht verzichten: auf einen Förderungsbeitrag des Landes. LH Günther Platter hat eine Subvention mit dem Verweis auf die wirtschaftliche Kraft im Innsbrucker Zentralraum abgelehnt. So will das BM Rudolf Nagl aber nicht akzeptieren. „Ich gehe davon aus, dass wir nicht leer ausgehen und einen Beitrag des Landes erhalten.“ Wie viel die nächsten Ausbauschritte kosten, ist zentrales Thema in der neu installierten Steuerungsgruppe der Planungsverbände.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 05.03.2011
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