Gemeinden übernehmen die Mutterer Almbahn
Von Peter Nindler und Christoph Mair
Mutters – Schon seit einigen Jahren funkt es auf der Mutterer Alm. Der Götzner Finanzinvestor Helmuth Zach ermöglichte zwar den Bau der Mutterer Almbahn im Jahr 2005, aber das Verhältnis mit den Gemeinden Mutters und Götzens war nicht immer das beste. In der Betriebsgesellschaft hat Zach als Alleineigentümer das Sagen, in der Errichtergesellschaft haben Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer sowie die beiden Gemeinden mit 88 Prozent die Mehrheit. Auch wenn der Sprecher der Familie und der Betriebsgesellschaft, Helmuth Zach jun., Meinungsverschiedenheiten für einen Rückzug anführt, letztlich geht es ums Geld.
Immer wieder gab es in den vergangenen zwei Jahren Gerüchte über eine nicht wirklich rosige wirtschaftliche Situation, Zach wies diese aber stets brüsk zurück. Doch Fakt ist mittlerweile, dass er der Errichtungsgesellschaft 1,2 Millionen Euro schuldet. Das bestätigt der Mutterer BM Hansjörg Peer. Außenstände soll es außerdem bei der Agrargemeinschaft geben.
Für die Gemeinden war deshalb der Zeitpunkt gekommen, um zu handeln. Zuletzt verhandelten die Bürgermeister auch intensiv mit jener Bank, die für Zachs Haftungen gegenüber den Gemeinden garantiert. In der Bilanz 2010 scheinen in der Errichtungsgesellschaft Verbindlichkeiten von 14,8 Mio. Euro sowie ein Bilanzverlust von fünf Millionen auf.
Nach intensiven Gesprächen dürfte am Donnerstag ein Wechsel über die Bühne gehen. Zach soll aus beiden Gesellschaften aussteigen, die Gemeinden und der Tourismusverband das Kommando übernehmen. Gleichzeitig ist eine Entschuldung geplant. Vorübergehend wollen die Gemeinden im Sommer selbst die Bahn führen, zwischenzeitlich wird jedoch ein neuer Betreiber gesucht.
Im Hintergrund steht zudem der geplante Zusammenschluss mit der Axamer Lizum. Die Bereinigung auf der Mutterer Alm soll den Bau der Verbindungsbahn beschleunigen, möglicherweise beteiligt sich die Stadt Innsbruck daran und steigt selbst ein.
Dass die Familie Zach einen Ausstieg aus der Betreibergesellschaft erwägt, bestätigt Helmuth Zach jun. „Unter gewissen Bedingungen“, wie er hinzufügt. Er fordert die Verbindungsbahn zwischen Götzens und der Axamer Lizum. Doch gerade über die Umsetzung habe es laut Zach Meinungsunterschiede zwischen den Gesellschaftern gegeben. Für Donnerstag sei deshalb eine große Verhandlungsrunde mit allen Beteiligten angesetzt. „Wir rechnen noch diese Woche mit einer Lösung“, sagt Zach.



