Feuerwehr-Kosten in Tirol explodieren
Von Peter Nindler
Innsbruck – 6,9 Millionen Euro gab das Land 2004 für Tirols 362 Feuerwehren aus, mit 5,6 Millionen wurde der Landesfeuerwehrfonds gespeist. Fünf Jahre später betrugen die Kosten bereits 9,3 Millionen, 7,8 Millionen Euro lagen im Feuerwehrfonds. Zusätzlich dazu kommen noch jährlich Subventionen aus dem Gemeindeausgleichsfonds und von den Gemeinden. Der Landesrechnungshof hat jetzt den Landesfeuerwehrfonds kritisch unter die Lupe genommen und verlangt in seinem jetzt vorliegenden Rohbericht angesichts der Kostensteigerungen dringend die Einführung einer betriebswirtschaftlich orientierten Kostenerfassung und Kostenrechnung für das Feuerwehrwesen.
Verantwortlich für die massiven Steigerungen von jährlich 5,10 Prozent sind steigende Kosten für Gerätehausbauten sowie Feuerwehrfahrzeuge und diverse Gerätschaften. Allein die Preissteigerungen bei den Einsatzfahrzeugen sind extrem hoch. Kostete ein Kleinlöschfahrzeug mit Allrad 2001 für die Feuerwehr Ellbögen rund 91.600 Euro, so musste die FF Sillian für dasselbe Fahrzeug acht Jahre später 160.000 Euro berappen.
235.800 Euro bezahlte die FF Birgitz 2001 für ein Allrad-Tanklöschfahrzeug mit einem Wassertank von 2000 Litern. 2009 musste die FF Gnadenwald für so ein Modell um 104.200 Euro tiefer in die Tasche greifen.
Eine Debatte um einen Sparkurs bei den Feuerwehren dürfte jetzt wohl die Folge sein, wenngleich das Land im Bereich der Sicherheit nicht den Sparstift ansetzen möchte. Dennoch: Wie die Landesregierung in ihrer Stellungnahme zum Rechnungshofbericht festhält, soll bei Beihilfen an Gemeinden über die Zuschüsse ein Zeithorizont festgelegt werden, um einen möglichst effizienten Beschaffungsvorgang zu gewährleisten. Die Feuerwehren müssten auch enger bei Ankäufen zusammenarbeiten. Diese Strategie hat der für die Feuerwehren in Tirol zuständige LHStv. Toni Steixner bereits vorgegeben. Letztlich empfiehlt der Rechnungshof eine bessere wirtschaftliche Steuerung der Geldflüsse aus dem Landesfeuerwehrfonds.



