18.05.2012, 14:26  Aktualisiert: 18.05.2012, 15:35 
Skandal-Relegationsspiel

Schiedsrichter Stark erhebt massive Vorwürfe gegen Hertha-Profis

Hertha-Kapitän Lewan Kobiaschwili soll dem Unparteiischen in den Nacken geschlagen haben. Außerdem sei er wüst beschimpft worden.
Schiedsrichter Wolfgang Stark stand beim Relegationsmatch zwischen Düsseldorf und Hertha BSC Berlin im Mittelpunkt des Geschehens.
Foto: EPA

Berlin - Schiedsrichter Wolfgang Stark ist beim Skandalspiel von Düsseldorf nach eigenen Angaben ganz massiv von Spielern von Hertha BSC angegriffen worden und hat ein Hämatom am Hinterkopf erlitten. Dies sagte der Referee aus Ergolding am Freitag bei der Verhandlung vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zum Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2). Stark sprach von einer „Hetzjagd“, vier bis fünf Berliner Profis hätten versucht, nach dem Schlusspfiff die Schiedsrichter-Kabine zu stürmen.

„Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen“, sagte der Unparteiische. Wenn er sich nicht an einem Geländer habe festhalten können, wäre er fünf bis sechs Meter die Treppe hinuntergestürzt. Er sei weiter attackiert worden. So habe ihn Christian Lell am Arm gepackt. Beleidigungen wie „Du feige Sau!“ und „Du feiges Schwein!“ seien gefallen.

Gegen Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und Andre Mijatovic hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet. Darüber wird bei dieser Sitzung aber nicht verhandelt, wie der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz erklärte.

Mijatovic, so Stark, habe ihn als „Wichser“ bezeichnet. „So bin ich noch nicht behandelt worden. Ich hatte Angst nach dem Spiel und ich war den Tränen nahe. So was habe ich in meiner Schiedsrichter-Laufbahn noch nicht erlebt“, sagte der WM-Referee. Stark hatte die Partie am vergangenen Dienstag nach der 21-minütigen Unterbrechung erst nach dem Grünen Licht der Polizei fortgeführt, wie er aussagte. Er sei in keiner Weise unter Druck gesetzt worden, das Spiel fortzusetzen.

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 18.05.2012  14:26
aktualisiert: Fr, 18.05.2012  15:35
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