16.06.2012, 11:45  Aktualisiert: 16.06.2012, 22:54 
EURO-Ticker 2012

Vermisste Nackt-Aktivistinnen angeblich verprügelt und verhört

Hier erfahren Sie die letzten Infos von den Teams und bunte Splitter rund um das EM-Turnier.
Die Nackt-Proteste in der Ukraine sorgen weltweit für Schlagzeile.
Foto: REUTERS

Splitter zur Fußball-Europameisterschaft 2012

Proteste: Drei vermisste Mitglieder der radikalen ukrainischen Protestgruppe „Femen“ sind angeblich im Fußball-EM-Spielort Donezk verschleppt und erst nach stundenlangem Verhör freigelassen worden. Eine Aktivistin der für ihre Nacktproteste bekannten Gruppe sei ins Gesicht geschlagen worden, berichteten die Feministinnen am Samstag auf ihrer Internetseite.

Mitten in der Nacht seien die Frauen dann zum Bahnhof in Donezk gebracht worden. Sie hatten eine Protestaktion während des Spiels Ukraine - Frankreich (0:2) geplant, waren aber schon kurz nach ihrer Ankunft überwacht worden und schließlich verschwunden.

Der Bericht soll nahelegen, dass es sich bei den Entführern um Sicherheitsleute von Milliardär Rinat Achmetow handelt, dem einflussreichsten Mann in dem Gebiet an der Grenze zu Russland. „(Präsident Viktor) Janukowitsch interessiert uns einen Scheiß, wir bewachen Rinat“, habe einer der Männer gesagt, schrieb Femen.

Die Polizei von Donezk bestätigte zwar, mehrere Mitglieder der radikalen ukrainischen Protestgruppe Femen zwischenzeitlich festgenommen zu haben, wies aber Vorwürfe wegen körperlicher Gewalt zurück. Zwei Frauen seien vor dem EM-Spiel zwischen Co-Gastgeber Ukraine und Frankreich am Freitag inhaftiert worden, nachdem eine Zeugin gehört habe, dass diese „etwas Schlechtes planen“ würden, sagte Juri Sednew, Polizeichef von Donezk bei einer Pressekonferenz am Samstag.

„Wir haben eine dritte Frau auf die Polizeistation gebeten, so dass sie sich überzeugen konnte, dass kein Druck auf die Frauen ausgeübt wird“, erklärte Sednew laut englischer Übersetzung weiter. Es sei bei der Festnahme auch keine Zeitbeschränkung überschritten worden.

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Frankreich: Für Frankreichs Fußball-Nationaltrainer Laurent Blanc ändert sich trotz der exzellenten Ausgangslage nichts an seinen Plänen für das EM-Gruppenfinale gegen Schweden. „Wir bereiten uns genauso auf das Spiel vor, egal ob sie gewonnen oder verloren haben“, meinte der 46-Jährige am Samstag in Donezk.

Durch den eigenen 2:0-Sieg über die Ukraine und das spätere 2:3 der Schweden gegen England reicht Frankreich auch schon eine Niederlage mit einem Tor Unterschied für den Einzug ins Viertelfinale. Man werde sich aber nicht auf rechnerische Spielereien einlassen, betonte Blanc.

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Deutschland: Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Dänemark hat Oliver Bierhoff eindringlich vor der Gefahr des plötzlichen EM-Ausscheidens gewarnt. „Wenn man sich die verschiedenen Rechenbeispiele vorführt, sieht man, dass es sehr schnell passieren kann“, erklärte der Teammanager am Samstag vor dem Abflug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von Danzig ins ukrainische Lwiw.

Trotz der zwei Auftakt-Siege könnte schon ein 0:1 oder 1:2 gegen die unbequemen Dänen das Turnier-Aus für Philipp Lahm und Co. bedeuten, wenn zugleich Portugal gegen Holland gewinnt.

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Russland I: Polen hat am Freitag zwei an den Fan-Krawallen im Rahmen der Fußball-EM beteiligte Russen ausgewiesen. Das Duo war schuldig befunden worden, während des 1:1 in Warschau eine Rauferei angezettelt zu haben sowie aufs Spielfeld gestürmt zu sein. Die beiden Hooligans dürfen nun in den kommenden fünf Jahren nicht in den Schengen-Raum einreisen.

Bei Krawallen vor und nach dem EM-Spiel am Dienstag waren trotz massiver Polizeipräsenz 20 Menschen verletzt worden. Die Polizei nahm 184 mutmaßliche Gewalttäter fest, davon 156 Polen und 24 Russen.

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Ukraine: Der Liebesentzug der Zuschauer verhagelte Ukraines Trainer Oleg Blochin nach der Niederlage im Gewitterchaos endgültig die Laune. Mit lauten Pfiffen hatten viele Fans in Donezk auf das 0:2 (0:0) gegen Frankreich und das drohende EM-Aus reagiert und so die EM-Stimmung beim Co-Gastgeber nachhaltig getrübt.

„Ich denke, es ist nicht fair“, meinte Blochin am Freitagabend mürrisch, „wenn sie gewinnen, ist alles gut. Wenn sie nicht gewinnen, sind wir erledigt. Sie sollten mich auspfeifen, aber nicht das Team. Sie haben alles versucht.“ Gegen England geht es jetzt um alles.

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Russland II: In Warschau geht die Sorge vor einem neuen Problemspiel um. Die polnische Hauptstadt befürchtet vor dem Gruppenfinale zwischen Russland und Griechenland am Samstag (20.45 Uhr) erneut Ausschreitungen durch gewaltbereite Fußball-Fans. Einige der 20.000 erwarteten russischen Anhänger sollen nicht nur friedliche Absichten haben.

Der polnische Regierungschef Donald Tusk deutete an, dass der russische Präsident Wladimir Putin vor möglichen Racheakten russischer Gewalttäter gewarnt habe. „Es könnte sein, dass von russischer Seite noch gefährlichere Leute als bisher auftauchen.“

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Sa, 16.06.2012  11:45
aktualisiert: Sa, 16.06.2012  22:54
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