Archiv

Letztes Update am APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

----------Nationalteam

Dämpfer zum Schluss: ÖFB-Kicker waren mit 2012 dennoch zufrieden

Vier Siege in einem Länderspieljahr schaffte Österreichs Nationalteam zuletzt vor 14 Jahren.

Linz - Die österreichischen Fußball-Nationalspieler wollen sich von einem schwachen Abschluss gegen die Elfenbeinküste nicht ihr ansprechendes Spieljahr 2012 vermiesen lassen. Die klarste Niederlage der bisherigen Amtszeit von Teamchef Marcel Koller birgt zwar einigen Stoff zur Aufarbeitung. Nach dem 0:3 überwog am Mittwoch in den Katakomben des Linzer Stadions aber die Zuversicht, kommendes Jahr den nächsten Entwicklungsschritt zu setzen.

„Ich denke, dass wir uns nicht verstecken brauchen“, betonte Jungstar David Alaba, gegen die Ivorer trotz der hohen Ansprüche, die mittlerweile an ihn gestellt werden, noch einer der besten Österreicher. „Wir haben in diesem Jahr gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben, auch mit individuell guten Spielern.“ Der 20-Jährige von Bayern München ist darin eine Schlüsselfigur, das hat man auch in seiner Stunde Einsatzzeit in Linz gesehen.

Jahr eins mit Koller hat Spuren hinterlassen. „Man hat heuer gut sehen können, dass wir Schritte nach vorne gemacht haben. Wir werden uns im neuen Jahr zusammensetzen, dieses Spiel mit dem Trainer analysieren, nach vorne schauen und voll angreifen“, versprach Alaba. „2012 haben wir insgesamt gute Leistungen gebracht“, ergänzte Offensivspieler Marko Arnautovic. „Die Elfenbeinküste hat eine Topmannschaft, aber wir hätten auch in Führung gehen können.“

Die Chance dazu hatten vor der Pause er selbst sowie Solostürmer Marc Janko auf dem Fuß. Nach Seitenwechsel war aber nichts mehr zu holen. „Es war ein Rückschlag. Wir nehmen aber nicht an, dass wir so gut sind und schon bei 100 Prozent wären“, sagte Janko. „Es gibt immer Verbesserungspotenzial und Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Im nächsten Jahr, bei den wichtigen Spielen, müssen wir wieder da sein.“

Dann geht es nach einem Test zu Jahresbeginn in Wales (6. Februar) in der WM-Qualifikation zuerst zu Hause gegen Färöer und auswärts gegen Irland (22. bzw. 26. März). Am 7. Juni folgt das Heimspiel gegen Schweden. „Schade, dass wir ein sehr gutes Jahr so abgeschlossen haben“, meinte der eingewechselte Angreifer Martin Harnik. „Die wichtigen Spiele kommen in der Quali.“

Mit dem ersten Jahr Koller war der Stuttgart-Stürmer zufrieden. „Die Resultate sprechen für ihn. In der Quali haben wir in Kasachstan (0:0) zwei Punkte liegen gelassen. Was das Fußballerische betrifft, sind wir aber auf einem guten Weg“, versicherte Harnik. Auch wenn sich gegen die abgebrühten Ivorer, immerhin die Nummer 15 der Welt und Favorit auf den Afrika-Cup, keine Fortschritte zeigten.

Koller wechselte viel, die zweite Garde ließ ihre Chance aber weitgehend ungenutzt. Kapitän Christian Fuchs etwa kam wegen der Belastung, unter der er zuletzt bei Schalke 04 gestanden ist, nicht einmal zu einem Kurzeinsatz. „Dass es mit so vielen Wechseln auch zu Problemen kommen könnte, das war uns klar“, erinnerte Innenverteidiger Sebastian Prödl. „Wir haben uns alles anders vorgestellt als Jahresabschluss. Wenn wir das richtig einordnen, ist es trotzdem ein gutes Jahr gewesen.“

Vier Siege in einem Spieljahr sind dem ÖFB-Team seit der bisher letzten WM-Teilnahme 1998 nicht mehr gelungen. „Wir haben in diesem Jahr einige Schritte nach vorne gemacht“, betonte Prödl. Gegen die Elfenbeinküste hätten mehrere Faktoren zusammengespielt, die zu einem ungünstigen Spielverlauf geführt hätten. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir das richtig einordnen können. Wir müssen auch mit Rückschlägen umgehen können.“ (APA)