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Formel 1

Haug fühlt sich nach Trennung von Mercedes nicht als Bauernopfer

Das Ende seiner Ära bei Mercedes sei die Konsequenz der letzten Monate gewesen. Er als Chef habe ein Zeichen setzen müssen.

Berlin - Der langjährige Motorsportchef Norbert Haug fühlt sich nach seiner Trennung von Mercedes als Unvollendeter. „Der erfolgreiche Abschluss hat gefehlt. Das muss ich akzeptieren und das tut mir sehr leid“, sagte der 60-jährige Deutsche in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Er sehe sich aber „keineswegs“ als Bauernopfer für die drei vergangenen Jahre ohne die erhofften Erfolge mit dem Formel-1-Team des deutsche Autobauers.

„Wenn ich mit unseren Niederlagen in den letzten drei Jahren nichts zu tun hätte, dann hätte ich auch mit unserem Sieg in China dieses Jahr nichts zu tun gehabt“, erinnerte Haug an den Premierentriumph von Nico Rosberg. Dass er seinen Vertrag mit Mercedes nach mehr als 22 Jahren als Verantwortlicher der Motorsportabteilung in beiderseitigem Einvernehmen auflöste, war für den gewichtigen Manager dennoch eine Konsequenz der vergangenen Monate.

„So wie wir dieses Jahr bei den letzten sieben bis zehn Rennen unterwegs waren, war das nicht mehr akzeptabel“, betonte Haug. Die Weiterentwicklung nach Rosbergs Sieg in China und dessen zweiten Platz in Monaco sei „schlecht bis sehr schlecht“ gewesen. „Dann muss man als Chef ein Zeichen setzen - in das Unternehmen hinein und nach draußen. Jemand, der es über diese Zeitspanne nicht zum Erfolg bringt, muss die Konsequenz ziehen.“

Rekordweltmeister Michael Schumacher wird nach seinem endgültigen Karriereende als Rosbergs Teamkollege in der kommenden Saison vom Briten Lewis Hamilton ersetzt. Mit dem Österreicher Niki Lauda fungiert zudem ein dreifacher Weltmeister als neuer Aufsichtsratschef des Rennstalles. „Natürlich hätte ich das Team gerne zum großen Erfolg geführt“, versicherte Haug. „Doch Mercedes wird auch ohne mich Weltmeister.“ (APA)