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„Haben immer gewusst, dass wir auf dem richtigen Weg sind“

Nach dem ersten Abfahrtssieg der Saison herrscht im ÖSV-Lager erst einmal Zufriedenheit.

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Bormio - Mit dem ersten Abfahrts-Sieg seiner Karriere gehört Hannes Reichelt nun auch der elitären Gruppe von Skirennläufern an. Denn geht es nach dem Salzburger, dann ist die Abfahrt die absolute „Königsdisziplin“. Der 32-Jährige hängt nach dem Ex-Aequo-Erfolg am Samstag mit dem Südtiroler Dominik Paris ein paar Tage in Südtirol an. Grund ist seine Freundin Larissa, die nicht weit entfernt von der Stätte des insgesamt sechsten Weltcupsieges von Reichelt wohnt.

Beim Premierensieg in der schnellsten Disziplin war die frühere Rennläuferin allerdings nicht anwesend. Ihre Tipps sind aber immer willkommen, wie der Super-G-Vizeweltmeister von 2011 erzählte.

Während der Pongauer also in Südtirol ins Neue Jahr rutschen wird, hofft der Steirer Klaus Kröll bis 2013 seinen Frust abgebaut zu haben. Nur 2/100 Sekunden lag er hinter dem Siegerduo und war trotzdem nur Vierter. Weil sich dazwischen noch der Norweger Aksel Lund Svindal gequetscht hatte.

„Zwei Tage wird das schon dauern, bis ich das verdaut habe. Ich muss jetzt einfach das Positive mitnehmen. Momentan kann ich mich nicht freuen, aber jetzt kommen die Klassiker. Ich weiß, dass ich absolut dabei bin. Und vielleicht hab ich das Glück auch mal auf meiner Seite“, sagte Kröll.

Für Österreichs Speedherren war es der erste Sieg im WM-Winter, womit der größte Druck einmal weg ist. „Es ist so, dass in der Mannschaft sowieso nie Unruhe geherrscht hat, weil wir nichts gewonnen haben. Das wurde nur von außen hineingetragen. Wir haben immer gewusst, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärte Kröll.

Auch ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold ließ sich von der Nervösität nicht anstecken. „Die Schlagzeilen sind mir relativ wurscht. Ich habe immer gesagt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden in Ruhe weiterarbeiten.“

Dass Bormio seine persönliche „Initialzündung“ in dieser Saison ist“, hofft auch der achtplatzierte Romed Baumann. „Endlich! Das Selbstvertrauen war ja schon weg. Aber es war schon einmal so, dass bis Bormio nichts gegangen ist und es dann wieder funktioniert hat.“

In den bisherigen vier Abfahrten gab es damit fünf verschiedene Sieger. Svindal setzte sich in Lake Louise durch, Christof Innerhofer (ITA) in Beaver Creek, Steven Nyman im Grödnertal sowie eben Reichelt und Paris in Bormio. Im Spezialweltcup führt Svindal mit 285 Punkten vor Paris (193) und Kröll (141). Die nächste Abfahrt steht erst am 19. Jänner in Wengen auf dem Programm. (APA)

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