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Letztes Update am In House / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

WM-Tagebuch - Teil 7

Frust-Partie nach der Frust-Party

Bei den Übertragungen der Ski-Rennen im Pressezentrum kommt Länderspiel-Stimmung auf. Österreich hat dabei aber nicht viel zu jubeln.

Schladming - Die Frust-Partie bzw. -Party nach der Herren-Abfahrt gestern fiel etwas heftig aus, deshalb war der Weg zur Piste heute eindeutig zu weit. WM-Schauen im Pressezentrum stand auf dem Plan. Mit gut 150 Gleichgesinnten ein Rennen zu verfolgen, ist auch ein Erlebnis für sich.

Länderkampf pur im Kongress-Zentrum von Schladming. Die heimischen Journalisten drückten sich die Daumen für die Österreicherinnen wund. Die einen für die beiden Tirolerinnen, die anderen für die beiden Salzburgerinnen, und für Liz Görgl sowieso alle - die ist ja eigentlich aus der Steiermark, lebt aber in Innsbruck. Am Tag zuvor feierten die Norweger Aksel Lund Svindals Goldene mit Champagner, spritzten beim Entkorken der Flasche gleich noch drei Kollegen voll. Heute sollten wir nach der Blech-Enttäuschung vom Vortag endlich wieder Grund zum Jubeln haben.

Doch mit Fortdauer des Rennens schwand auch unsere Zuversicht. Während die italienischen Kollegen schon aufgeregt die Biografie von Nadia Fanchini googelten, wurde das Ächzen und Stöhnen der rot-weiß-roten Schreiber-Zunft immer lauter. Moser out, Fischbacher, Fenninger und Görgl nur im geschlagenen Feld - alle Hoffnungen ruhten auf Regina Sterz. „Die Tirolerin war im Training zwei Mal top - warum nicht auch im Rennen?“, lautete der einhellige Tenor. Der Optimismus war vergebens, wie sich am Ende herausstellte, denn auch Sterz konnte den österreichischen Medaillenhunger nicht stillen. Die Stimmung im Presse-Zentrum war einmal mehr gedrückt. Außer bei den Franzosen natürlich, die mit Marion Rolland über Gold jubelten.

Für mich ist die Vor-Ort-Berichterstattung bei der WM nach den Speed-Disziplinen zu Ende. Fünf Rennen, eine Bronze-Medaille - eine mickrige Bilanz. Vielleicht bringt Kollege Günter Almberger der ÖSV-Equipe mehr Glück. Der übernimmt ab morgen das Zepter in der Steiermark. Schlechter geht‘s ja fast nicht mehr. (pim)