10.02.2013, 17:14  Aktualisiert: 10.02.2013, 19:05 
Eishockey

Deutschland eliminiert: Österreichs Eishockey-Team fährt zu Olympia

Ein 2:2-Remis nach 60 Minuten hat gereicht: Österreich schaltet Favorit Deutschland aus und qualifiziert sich für Olympia 2014 in Sotschi. Die Deutschen haben damit überhaupt zum ersten Mal die Quali verpasst.
Österreichs Eishockey-Spieler dürfen jubeln: Die Olympia-Quali ist geschafft.
Foto: EPA

Bietigheim-Bissingen - Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat sich erstmals seit Salt Lake City 2002 wieder für Olympia qualifiziert. Die ÖEHV-Auswahl verlor am Sonntag zwar das entscheidende Spiel des Qualifikationsturniers in Bietigheim-Bissingen gegen Gastgeber Deutschland mit 2:3 nach Verlängerung (0:1,1:0,1:1;0:1), gewann aber dank des Punkts für das Remis nach 60 Minuten das Turnier. Österreich machte zweimal einen Rückstand wett, Markus Peintner erzielte in der 53. Minute den entscheidenden Treffer zum 2:2.

Deutschland ging durch zwei Powerplay-Treffer von Benedikt Kohl (19.) und Michael Wolf (47.) zweimal in Führung. Doch Andre Lakos (32.) und Peintner (53.) schafften zweimal den Gleichstand, den sie über die Zeit brachten. Denn dank der Siege gegen Italien (3:2) und die Niederlande (6:1) und der deutschen Niederlage gegen Italien reichte den Österreichern schon ein Punkt nach regulärer Spielzeit. In der schon bedeutungslosen Verlängerung erzielte Patrick Reimer (63./PP) den Siegestreffer für Deutschland.

Die Österreicher spielten mit der gestandenen A-Nation auf Augenhöhe. Die Mannschaft von Teamchef Manny Viveiros ging aggressiv zu Werke und hielt körperlich gut dagegen. Chancen waren auf beiden Seiten zunächst Mangelware, auf österreichischer Seite hatte Thomas Hundertpfund die beste Möglichkeit auf dem Schläger (13.). Im ersten Powerplay schlugen aber die Deutschen zu. Fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe von Robert Lukas fälschte Benedikt Kohl einen Schuss von Constantin Braun zum 1:0 ab (19.).

Im Mitteldrittel gelang Rückkehrer Andre Lakos, der von Viveiros nach vier Jahren Pause wieder ins Team geholt worden ist, der Ausgleich. Der Verteidiger-Hüne zog aus der Distanz ab und traf ins kurze Kreuzeck. Damit war die ÖEHV-Auswahl vorerst wieder auf dem richtigen Weg. Nur drei Minuten später hatte Gregor Baumgartner sogar die Riesenchance auf die Führung, der Linz-Stürmer scheiterte aber an Torhüter Robert Zepp.

Im Schlussdrittel machten die Deutschen zunächst mächtig Druck und gingen mit dem zweiten Powerplay-Tor durch Kapitän Michael Wolf neuerlich in Führung (47.). Doch die Österreicher bäumten sich noch einmal auf und schafften durch Peintner den Ausgleich, der letztlich das Olympia-Ticket bedeutete.

Damit gelang Österreich auch die Revanche für Hannover 2009. Damals hatte sich Deutschland mit einem 2:1-Sieg gegen Österreich für Olympia 2010 in Vancouver qualifiziert, nun sind die deutschen Eishockey-Herren erstmals seit 1948 bei Olympia nur Zuschauer.

Meinungen

Manny Viveiros (ÖEHV-Teamchef): „Einfach unglaublich, ein Traum geht in Erfüllung. Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben uns von Spiel zu Spiel verbessert. Wir hatten keine Panik, wir wussten, dass wir 60 Minuten gut spielen müssen.“

Gerhard Unterluggauer (Rekordteamspieler Österreich): „Es ist unglaublich, dass wir das geschafft haben. Mich freut es für die ganze Mannschaft, die hat einen super Charakter.“

Markus Peintner (Torschütze Österreich): „Deutschland war besser, so ehrlich muss man sein. (Torhüter) Starkbaum hat uns gerettet. Wir haben als Underdog nicht aufgegeben, jetzt bin ich einfach nur überglücklich.“

Thomas Vanek (NHL-Spieler, via Facebook): „Bevor es gegen die (Boston) Bruins geht, nur eine Sache: Sotschi, yesyesyes!!!“

Michael Grabner (NHL-Spieler, via Twitter): „Österreich ist bei Olympia. Großartige Leistung Team Österreich und meines guten Freundes (Anm.: Torschütze Markus Peintner), dass er sieben Minuten vor dem Ende den Ausgleich geschafft hat.“ (APA)

Deutschland – Österreich Endstand 3:2 n.V. (1:0,0:1,1:1;1:0)

Tore: Kohl (19./PP), M. Wolf (47./PP), Reimer (63./PP) bzw. Lakos (32.), Peintner (53.).

Strafminuten: 4 bzw. 16.

Deutschland: Zepp - Baxmann, Braun; N. Goc, Mo. Müller; Kohl, Petermann; Ebner - Ma. Müller, Hospelt, Rankel; M. Wolf, Barta, Gogulla; Kink, Schütz, Reimer; Flaake, Festerling, D. Wolf; Pietta

Österreich: Starkbaum - Trattnig, A. Lakos; Unterluggauer, F. Iberer; Altmann, Schumnig; R. Lukas - M. Raffl, Koch, Baumgartner; M. Iberer, Hundertpfund, M. Ulmer; T. Raffl, Schuller, Welser; Rotter, Oberkofler, Peintner

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 10.02.2013  17:14
aktualisiert: So, 10.02.2013  19:05
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