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Champions League

PSG ohne Beckham nach Valencia, Juve muss in „Höhle des Löwen“

Der Achtelfinal-Marathon in der Königsklasse wird heute eröffnet: Frankreichs Krösus Paris St. Germain und Italiens Meister Juventus Turin wollen sich dabei gute Ausgangspositionen für die Rückspiele sichern.

Valencia/Glasgow - Zwei Geheimfavoriten eröffnen am Dienstag (20.45 Uhr/live Sky) mit Auswärtsspielen den Achtelfinal-Marathon der Fußball-Champions-League. Bis 13. März dauert es, bis alle acht Viertelfinalisten in Europas Königsklasse ermittelt sind. Italiens Meister Juventus Turin und Frankreichs Budgetkrösus Paris St. Germain wollen sich bei Celtic Glasgow bzw. in Valencia eine gute Ausgangsposition für die Rückspiele sichern.

PSG kommt mit breiter Brust, haben die Pariser ihre Tabellenführung in der Ligue 1 doch am Wochenende auf sechs Punkte ausgebaut. Valencias reicher internationaler Erfahrung zum Trotz wäre ein Ausscheiden in der ersten K.o.-Runde für das Starensemble von Trainer Carlo Ancelotti inakzeptabel, speziell in den Augen der katarischen Geldgeber. Die haben seit Sommer 2011 fast 250 Millionen Euro in die Mannschaft investiert.

Beckham noch nicht bei 100 Prozent

Das jüngste - und mangels Ablöse sogar billigste - Prunkstück, Englands Altstar David Beckham, wird im Hinspiel noch nicht mit von der Partie sein. Laut Ancelotti ist der 37-Jährige, zuletzt fünf Jahre in den USA bei Los Angeles Galaxy engagiert, körperlich noch nicht bei 100 Prozent. In zwei Wochen im Ligaschlager gegen Marseille soll Beckham erstmals im PSG-Trikot zu sehen sein.

Zumindest bis dahin ist Zlatan Ibrahimovic der unumschränkte Superstar. Der schwedische Ausnahmestürmer scheint ein halbes Jahr nach seinem Abgang vom AC Milan auch mental in der französischen Hauptstadt angekommen zu sein. Langjährige Beobachter sprechen vom besten, weil gereiftesten Ibrahimovic aller Zeiten. „Ich bin mir sicher, dass ich mit PSG ganz weit kommen kann“, betonte der 31-Jährige.

So treffsicher sich Ibrahimovic in der Meisterschaft (21 Tore in 21 Spielen für PSG) auch erwiesen hat, in der Champions League ist es bisher nie nach Wunsch gelaufen - auf keiner seiner Stationen. Weder mit Juventus, noch mit dem FC Barcelona oder mit den Mailänder Großclubs AC und Inter hat der Angreifer die Königsklasse bisher gewonnen. Dieses Makels will sich „Ibracadabra“ in Paris entledigen.

Im krassen Gegensatz zu den Franzosen plagen Valencia existenzielle Geldsorgen. Der Club hat rund 400 Millionen Euro Schulden und steht durch Bürgschaften für nicht mehr bedienbare Kredite praktisch bereits in Besitz der Regionalregierung. Der Finalist von 2001 könnte als Tabellenfünfter zudem einen Champions-League-Platz für die kommende Saison verpassen - auch wenn sich nach einem Trainerwechsel von Mauricio Pellegrino zu Ernesto Valverde im Dezember ein Aufwärtstrend zeigt.

Juve vor Celtic gewarnt

Keine Sorgen um die Zukunft muss sich Juventus machen. Die Turiner haben ihre Tabellenführung am Wochenende mit einem 2:0 gegen Fiorentina auf fünf Punkte vergrößert, sind aber vor der Heimstärke von Celtic gewarnt. In der Gruppenphase hatten die Schotten unter anderem bereits gegen den FC Barcelona (2:1) überrascht und dabei ihren Edelfan Rod Stewart zu Tränen gerührt.

„Es wird ein titanisches Spiel“, kündigte Celtic-Trainer Neil Lennon an. „Wir wollen mit einer Führung ins Rückspiel gehen.“ Sein Team kann ohne Druck aufspielen, der größeren Qualität im Juventus-Kader stehen zudem 60.000 enthusiastische Fans im Celtic Park gegenüber. „Wir treten in der Höhle des Löwen an“, erklärte Ex-Star Pavel Nedved, seit Herbst Vorstandsmitglied bei Juve. „Da müssen wir uns durchkämpfen.“ (APA/Si/Reuters)