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Ski-WM 2013

Positives WM-Resümee von Damen-Chef Mandl nach drei Medaillen

„Die erste Woche ist für uns sehr unglücklich verlaufen. Da wäre mehr möglich gewesen“, musste der scheidende ÖSV-Damen-Chef zugeben.

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Schladming - Anteil an Team-Gold, Silber für Michaela Kirchgasser im Slalom, Bronze durch Nicole Hosp in der Super-Kombi und Anna Fenninger im Riesentorlauf sowie insgesamt zwölf Top-Ten-Plätze - Österreichs Skidamen haben bei der WM in Schladming keinen Einzeltitel errungen, die Bilanz von Herbert Mandl fällt aber positiv aus.

„Es zeigt, dass unser Team sehr stark unterwegs war. Summa summarum können wir sehr positiv resümieren. Man muss immer bedenken, der Druck bei einer Heim-WM ist sehr groß.“

Die ÖSV-Damen waren in vier der fünf Bewerbe mit fünf Teilnehmerinnen an den Start gegangen, stellten in der Abfahrt und im Super-G mit jeweils Elisabeth Görgl die Titelverteidigerin, in der Super-Kombi ging Fenninger als Gewinnerin der Goldmedaille 2011 an den Start, im Slalom Marlies Schild. In Schladming wurde es in drei Bewerben jeweils eine Medaille, in den Speedrennen gingen die Österreicherinnen aber leer aus.

„Die erste Woche ist für uns sehr unglücklich verlaufen, auch dort wäre wesentlich mehr möglich gewesen“, blickte Mandl zurück. „Das hat vor allem Anna getroffen, die für mich die absolute Favoritin für Super-G und Riesentorlauf war.“ Der Super-G sei indiskutabel gewesen, seiner Meinung nach hätte dieser nach den vielen Verschiebungen nicht mehr gestartet werden dürfen.

„In der Abfahrt war der Rennverlauf für uns äußerst unglücklich. Steffi Moser ist wegen technischen Gebrechens gestürzt, danach gab es die Wartezeiten. Das ist für viele Mädels nicht so leicht wegzustecken. Das ist ein Lernprozess, aber man kann nicht verlangen, dass es jeder gleich gut gelingt“, gab Mandl zu bedenken.

Mit Kirchgasser und Hosp, die jeweils neben den Einzelerfolgen auch am Teamerfolg mitnaschten, reisen zwei Damen mit je zwei Medaillen nach Hause. Für die Salzburgerin Kirchgasser war die erste Einzelmedaille lange herbeigesehnt. „Das ist für jeden Athleten was Besonderes und sehr wertvoll. Es freut mich, dass sie es realisieren konnte und dass ihr trotz schlechterer Saison bei der WM das Maximum geglückt ist.“

Während Kirchgasser im Verlauf der WM immer lockerer wurde, ging bei Kathrin Zettel zunehmend die Energie verloren. Die Niederösterreicherin startete mit Platz fünf in der Super-Kombi, im Riesentorlauf rutschte sie von Halbzeitrang zwei auf vier, im Slalom wurde es der zehnte Rang. „Sie war bereits im zweiten Durchgang des Riesentorlaufes energielos. Das bestätigte wieder, dass schlussendlich zu wenig Substanz da ist, wenn mehrere Bewerb in Folge sind. Kathrin hat das Maximum getan, aber wenn man angeschlagen ist und einen Körper hat, der besondere Pflege braucht, geht einfach nicht mehr“, kennt Mandl die Ursache.

Der nach der Saison scheidende Cheftrainer erinnerte an die WM 2009 in Val d‘Isere, als Zettel nach Super-Kombi-Gold in ihren Paradedisziplinen enttäuschte. „Wenn man die Chance auf eine Kombimedaille hat, wird man auch fahren, da denkt man nicht an die Folgen, was zweite Woche passiert. Man wird sich da bei ihr was überlegen müssen, weil es schade ist, dass sie mit dieser Performance, die sie in den technischen Disziplinen abgeliefert hat, dann bei einer WM nicht mehr eingreifen kann.“

Es wird aber nicht mehr Mandls Arbeit sein, denn am Saisonende gibt er sein Amt ab und wechselt in die Ski Austria Academy St. Christoph. „Es war mir während des Rennens nicht bewusst, dass das mein letztes WM-Rennen ist. Aber schon langsam sickert das und es wird emotional“, sagte der Niederösterreicher, der von Schladming neben den Erfolgen in Erinnerung behalten wird, dass es ein „Skifest“ gewesen ist. „Was das Publikum hier geliefert hat, ist einzigartig und wird auch nicht so schnell zu toppen sein.“

Ehe er an seinen noch nicht bekannten Nachfolger übergibt, wünscht sich Mandl, dass sich die Läuferinnen in den Startlisten für die kommenden Saison möglichst gut positionieren. „Jetzt liegt der Fokus auf den Rest der Saison, es ist noch einiges zu machen. Irgendwann wird dann sicher auch Wehmut aufkommen.“ Spätestens in Lenzerheide, wenn dort Mitte März das Finale in Szene geht und es heißt, Abschied zu nehmen, wird das aber wohl passieren. (APA)

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