Archiv

Letztes Update am AGT-APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Champions League

Milan gegen Barcelona: Berlusconi fordert Messi-Manndeckung

Galatasaray setzt gegen Schalke auf Neo-Stars Drogba und Sneijder

drucken

Mailand/Istanbul – Der Top-Favorit auf den Gewinn der Fußball-Champions-League steht schon im Achtelfinale vor einem echten Härtetest. Im Hinspiel am Mittwoch trifft der FC Barcelona auswärts auf den AC Milan, der zuletzt mit guten Leistungen in der Serie A Selbstvertrauen tankte. In der zweiten Partie kämpft Christian Fuchs mit dem FC Schalke 04 in Istanbul gegen Galatasaray um eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Viertelfinal-Einzug.

Balotelli nicht einsatzberechtigt

Der große Schlager steigt allerdings im Meazza-Stadion, wo zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die den wichtigsten Vereinsbewerb insgesamt elfmal (siebenmal Milan, viermal Barcelona) gewonnen haben. „Das ist das Match zwischen einem der erfolgreichsten Clubs der Welt und dem derzeit besten Club der Welt“, kündigten die Italiener auf ihrer Homepage an.

Die Mailänder sehen sich zwar als Außenseiter, bauen aber auf ihre jüngsten Erfolge in der Serie A. „Es braucht ein Wunder, aber Wunder passieren“, sagte Clubchef Silvio Berlusconi. Mit fünf Siegen und zwei Remis stießen die „Rossoneri“ auf Platz drei vor - vor allem dank Mario Balotelli, der in den jüngsten drei Partien viermal traf. Gegen Barca ist Italiens Teamstürmer allerdings wegen seiner Champions-League-Einsätze mit Manchester City im Herbst nicht spielberechtigt.

Barca seit sieben Spielen gegen Milan ungeschlagen

Für Barcelona läuft es auf nationaler Ebene noch weit besser, schließlich scheint der Meistertitel angesichts des großen Vorsprungs auf Atletico Madrid (12 Punkte) und Real Madrid (16) nur noch Formsache zu sein. Außerdem spricht die rechtzeitige Genesung von Xavi und die Statistik - gegen Milan sind die Katalanen seit sieben Partien ungeschlagen - für die „Blaugrana“.

Dazu kommt, dass sich Weltfußballer Lionel Messi weiterhin in Topform befindet. Durch seinen Doppelpack in Granada am Samstag traf der Argentinier auch im 14. Liga-Spiel in Folge, weshalb Berlusconi seinem Trainer Massimiliano Allegri sogar riet, für den 25-Jährigen einen eigenen Manndecker abzustellen. Barca-Flügelspieler Pedro wollte die Rolle Messis aber auch nicht überbewerten. „Er ist ein wichtiges Mitglied des Teams, doch die Mannschaft ist nicht Messi-abhängig“, betonte der spanische Internationale.

Krkic trifft auf seinen Ex-Klub

Der 25-Jährige rechnet in Mailand mit harter Gegenwehr. „Die Spiele gegen Milan waren immer schwierig. Wir treffen auf einen Club mit großer Geschichte“, warnte Pedro, der im Meazza-Stadion auf einen alten Bekannten trifft. Bojan Krkic, einst als großes Talent aus dem Barca-Nachwuchs gefeiert, ist derzeit leihweise für Milan im Einsatz. „Für mich ist das ein komisches Gefühl, gegen meinen Ex-Verein anzutreten“, gab der 22-Jährige zu.

Um gegen Barcelona zu bestehen, benötigt Milan laut Krkic zwei Ausnahmeleistungen. „Wichtig ist, dass uns ein Tor gelingt, damit wir im Camp Nou eine Chance auf den Aufstieg haben. Wir müssen Risiko nehmen“, forderte der Stürmer.

Schalke kämpft in Istanbul gegen Krise an

Angriffslustig zeigte sich auch Galatasaray vor dem Heimspiel gegen Schalke, zumal die Türken mit Didier Drogba und Wesley Sneijder im Winter zwei namhafte Verstärkungen an Land zogen. „Drogba kann die Mannschaft führen, und auch mit Sneijder spielen wir viel besser. Beide haben sich sehr schnell integriert“, erzählte Galatasaray-Coach Fatih Terim.

Bei Schalke machte man sich trotz der jüngsten Tiefschläge in der Bundesliga vor dem Gastspiel in Istanbul Mut. „Wir brauchen keine Angst zu haben. Es erwartet uns ein Hexenkessel, aber das sind auch Spiele, auf die man sich freuen muss“, versicherte Kapitän Benedikt Höwedes, dessen Kollege Christian Fuchs wieder links in der Viererkette agiert.

Das 2:2 am Samstag in Mainz wird bei Schalke als erster Schritt aus der Krise gewertet. Nach der Misserfolgsserie mit nur einem Sieg in den zurückliegenden zwölf Pflichtspielen soll die Talsohle endlich durchschritten werden, Hoffnung gibt auch die Rückkehr von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar. Selbst die neuen Spekulationen um das Interesse am scheidenden Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der Coach Jens Keller im Sommer ablösen könnte, soll die Vorfreude auf das Highlight nicht trüben. „Das ist der ganz normale Wahnsinn. Damit müssen wir leben“, sagte Schalke-Manager Horst Heldt. „Die Vorbereitung stört es nicht.“ (APA/Reuters/dpa/Si)

drucken