Olympischer Ärger auf dem Kitzbühler Sandplatz
Von Roman Stelzl
Kitzbühel – Der Terminkalender von Tommy Haas quillt momentan wieder über vor Tennis-Turnieren. Nach den Erfolgen bei den Grand-Slam-Turnieren von Paris und Wimbledon und vor allem dem Turniersieg in Halle ist der 34-jährige Deutsche ein gefragter Mann. Zuerst das Tennis-Turnier in Stuttgart (ab heute), dann Hamburg (ab 16.7.), dazwischen folgen etliche Pressetermine. Hier ein Autogramm geben, dort in die Kamera grinsen – ehe schließlich sein Auftritt beim bet-at-home-cup in Kitzbühel (22. Juli bis 28. Juli) folgt. „In Paris war er der Publikumsliebling. Für uns ist es eine große Ehre, weil man ihm einfach ansieht, wie viel Spaß er am Center-Court hat“, freute sich Alexander Antonitsch, Turnierdirektor des mit 410.000 Euro dotierten ATP-250-Sandplatzturniers.
Haas, der so oft verletzte ehemalige Weltklasse-Spieler hat sich zur Freude der romantischen Anhänger zurückgekämpft und erlebt nun in etwa seinen 27. oder 28. sportlichen Frühling. Die Nummer 50 der Weltrangliste zählt in Kitzbühel neben den beiden deutschen Wimbledon-Viertelfinalisten Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer zu den Publikumslieblingen. Und Haas kann sich nun voll auf Kitzbühel konzentrieren. Obwohl nicht ganz freiwillig.
Neben Olympia-Verweigerer Mayer erhielt Haas nämlich Ende Juni keine Wildcard für die Olympischen Spiele in London (ab 27.7.). Die Begründung des Weltverbands ITF: Es würden nur Spieler berücksichtigt, die auf der Nominierungsliste ihrer Verbände stehen. Und auf der des Deutschen Sportbundes findet sich nirgendwo der Name Tommy Haas. „Man hat mich nicht einmal auf die Liste gesetzt. Mich und manch anderen nicht. Eine Schande“, wetterte Haas, dessen Verhältnis zu Kohlschreiber, Top-Spieler von Kitzbühel, nicht sonderlich gut ist („Wir sind keine Freunde“).
Ein Ziel bleibt Haas erhalten. Er will als einer von wenigen Spielern der Tennis-Geschichte 500 Siege auf der ATP-Tour feiern. Momentan hält der Deutsche bei 483.



