„Ein Meilenstein für den Tiroler Handball-Sport“
Von Tobias Waidhofer
Innsbruck – Eigentlich sollte bei den Tiroler Handball-Vereinen alles im Zeichen des Aufstiegs-Play-offs stehen. Die heutigen Auftritte von HIT medalp (18.30 Uhr gegen Bärnbach/Köflach) und ULZ Sparkasse Schwaz (19 Uhr beim SC Ferlach) gerieten aber schnell in den Hintergrund: Was die TT schon berichtet hatte, wurde nämlich gestern endgültig zur Realität: Die (ehemaligen) Erzrivalen starten kommende Saison unter der gemeinsamen Flagge des Dachverbands Handball Tirol. Die HLA-Mannschaft soll in Schwaz stationiert sein, in Innsbruck wird eine junge Zweitliga-Mannschaft spielen.
„Ich bin stolz“, erklärte Tirols Verbandspräsident Thomas Czermin bei der Präsentation im Landhaus mit leuchtenden Augen. „Beide Seiten haben über den Tellerrand hinausgeblickt und das große Ganze gesehen. Die Zukunft des Tiroler Handballs ist positiv.“ Das sieht auch Sportlandesrat Thomas Pupp so: „Zum Glück gab es kein Kirchturmdenken. Das ist ein Meilenstein für den Tiroler Handball.“ Besonders die Jugend soll von der Kräftebündelung profitieren.
„Es gibt in Tirol viele talentierte Handballer. Wir müssen für diese Spieler einen Anschlussbereich in der zweiten Liga schaffen. Der Zwischenschritt hat bisher gefehlt“, meinte der bisherige Schwaz-Sportdirektor Thomas Lintner, der das Projekt in gleicher Position betreuen wird. „Ich sehe mich nicht als der große Zampano. Ich bin eher ein Koordinator.“
Ein wichtiger Punkt sei auch die Durchlässigkeit. „Junge Spieler, die in der zweiten Liga aufzeigen, sollten auch unter der Saison in die HLA wechseln dürfen. Natürlich auch umgekehrt.“ Für HIT-Obmann Heinz Öhler ist der Dachverband „eine Entscheidung pro Handball“. Beide Vereine sollen aber ihre Identität behalten: So wird der Name der HLA-Mannschaft wohl Sparkasse Schwaz Handball Tirol heißen. Auch bei den Innsbruckern wird Handball Tirol im Vereinsnamen vertreten sein. „Es ist keine Fusion, sondern eine Kooperation“, stellt Öhler klar.
Finanziell hüteten sich die Verantwortlichen, wie auch das Land Tirol vorerst noch in Schweigen. Nur so viel: „Das Budget für den Handball wird erhöht“, erklärte Pupp. Sportlich werden in den nächsten Wochen die Weichen für die Saison 2013/2014 gestellt. „Wir werden zeitnah mit allen Spielern sprechen,“ sagt Lintner, der sich Stefan Öhler (in Innsbruck) und Erwin Gierlinger (in Schwaz) als Trainer wünscht.
Vorerst ist das Ganze allerdings nicht mehr als Zukunftsmusik. Die Gegenwart heißt SC Ferlach und Bärnbach/Köflach.



