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Australian Open

Scharapowa in Melbourne makellos, Djokovic gewinnt mühelos

Australiern Stosur ist ihrem Heim-Grand-Slam mental nicht gewachsen.

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Melbourne – Die absoluten Topspieler der oberen Herren- und unteren Damen-Tableau-Hälfte sind am Mittwoch bei den Tennis-Australian-Open geschlossen in die 3. Runde eingezogen. Während es bei den Herren von den Gesetzten nur Michail Juschnij (RUS-23) erwischt hat, musste bei den Damen ein Trio aus den Top 32 die Segel streichen. Neben Dominika Cibulkova (SVK-15) und Klara Zakopalova (CZE-23) zog auch Lokalmatadorin Samantha Stosur (9) den Kürzeren.

„Hätte nie passieren dürfen“

Die Australierin scheiterte vor Heimpublikum einmal mehr früh an ihrer mentalen Schwäche. Gegen Zheng Jie war sie bei 4:6,6:1,5:2 und eigenem Service unmittelbar vor dem Sieg gestanden, die Chinesin drehte die Partie mit fünf Game-Gewinnen en suite zum Entsetzen des Publikums aber noch. Bei zehn Versuchen ist Stosur damit im Heim-Grand-Slam bisher nie über das Achtelfinale hinausgekommen.

Während Zheng immer an sich glaubte und so ein Doppelbreak aufholte, agierte Stosur in der heiklen Phase zu passiv. „Ich wollte nur keinen Fehler machen. Dann gehen dir komische Dinge durch den Kopf und ehe du dich versiehst, ist die Führung weg“, erklärte die 28-jährige US-Open-Siegerin 2011. „Das hätte nie passieren dürfen.“ Symptomatisch beendete sie das Match mit einem Doppelfehler. Damit steht keine Australierin mehr im Einzel-Hauptbewerb.

Dass Stosur einmal ihren Heim-Grand-Slam gewinnen wird, glaubt nun wohl kaum einer ihrer Landsleute. Dabei wurde alles versucht, um die Weltranglisten-Neunte zu unterstützen. Vor dem Turnier hatte die Tageszeitung „Herald Sun“ zehn Dinge aufgelistet, wie sie sich entspannen und dem Druck entfliehen könne. Hot Yoga und die Umarmung eines Koalas gehörten zu den Vorschlägen. Als letzter Tipp stand geschrieben: Spiel linkshändig, wenn alles andere schiefgeht.

Scharapowa gibt erneut kein Game ab

Maria Scharapowa hingegen dürfte das perfekte Erfolgsrezept gefunden haben. Mit ihrem zweiten 6:0,6:0-Sieg in Serie hat die als Nummer zwei gesetzte Russin für Aufsehen gesorgt. Diesmal war Misaki Doi die Bemitleidenswerte, sie hatte nach 47-minütiger Spielzeit verloren. Das letzte Mal hatte die Australierin Wendy Turnbull 1985 ebenfalls in Melbourne nach den ersten beiden Runden eines Grand Slams noch kein Game abgegeben.

Eine Doppel-Null wird Scharapowa in der 3. Runde eher nicht mehr verpassen, geht es doch gegen Venus Williams (25). Die 32-jährige US-Amerikanerin gab der Französin Alize Cornet mit 6:3,6:3 das Nachsehen. Ebenfalls jeweils mit Zweisatzsiegen in die dritte Runde sind die Polin Agnieszka Radwanska (4), die Deutsche Angelique Kerber (5) und die Chinesin Li Na (6) eingezogen.

Djokovic souverän

Bei den Herren entledigte sich Titelverteidiger Novak Djokovic der Aufgabe Ryan Harrison mit einem mühelosen 6:1,6:2,6:3-Erfolg. Der erste gesetzte Gegner des Serben im Turnierverlauf wird nun der Tscheche Radek Stepanek (31) sein. Der Spanier David Ferrer (4) gab gegen den US-Amerikaner Tim Smyczek einen Satz ab, der Tscheche Tomas Berdych (5) als nächster Gegner von Jürgen Melzer (26) besiegte den Franzosen Guillaume Rufin 6:2,6:2,6:4.

Spezielles ist dem Russen Jewgeni Donskoi gelungen. Mit seinem Fünfsatzsieg gegen Juschnij hat der 22-Jährige nun zwei Grand-Slam-Matchsiege auf seinem Karriere-Konto, auf ATP-Ebene kann er hingegen nur auf einen Erstrundensieg 2010 in St. Petersburg verweisen. Dass er dennoch immerhin Weltranglisten-82. ist, liegt an seinen Erfolgen auf Challenger-Niveau. Donskois nächster Gegner ist der Japaner Kei Nishikori (16).

Einen weiteren Schicksalsschlag musste Brian Baker einstecken. Der US-Amerikaner wurde gegen seinen Landsmann Sam Querrey (20) bei einer 7:6(2),1:1-Führung mit einer Blessur des rechten Knies im Rollstuhl vom Platz geführt. Nach einer Leidensgeschichte mit Verletzungen und nur ein paar Matches im Zeitraum 2005 bis 2011, kämpfte sich der 27-Jährige 2012 in der Weltrangliste von Position 456 auf 57 vor, muss nun aber wieder mit einer längeren Pause rechnen. (APA/Retuers/dpa/AFP)

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