08.02.2012
Bundesliga

Zum Start droht gleich eine Absage

Im Tivolistadion herrscht Eiszeit – der Frost dieser Tage deutet eher auf eine Absage des Westschlagers gegen Salzburg als auf einen programmgemäßen Start der Fußball-Frühjahrsmeisterschaft hin.
Mehr zum Thema

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Am Samstag soll um 18.30 Uhr der Westschlager zwischen dem FC Wacker und Titelfavorit Red Bull Salzburg angepfiffen werden. Drei Tage vor dem geplanten Frühjahrsstart deutet im Tivolistadion allerdings viel, wenn nicht alles­ auf eine Absage hin. Beim gestrigen Lokalaugenschein bestimmten Kälte und die Farbe Weiß das Geschehen. Während die Wacker-Profis am Kunstrasenplatz umgeben von Schneewänden trainierten, war ein Großteil des natürlichen Grüns im Stadion noch unter einer Schnee- bzw. Eisschicht versteckt.

An ein Training im Stadion­ war überhaupt nicht zu denken, auch nicht, dass am Samstag der Bundesligaschlager über die Bühne geht. „Das wird knapp. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch bedeutend besser wird, weil sich das Wetter auch nicht groß ändern soll“, sieht auch Wacker-Geschäftsführer Gerald Schwaninger den Rückrundenstart mehr als nur in Frage gestellt und liefert auf dem Platz auch gleich den Beweis. „Der Kessel im Stadion ist wie ein Kühlschrank. Die Rasenheizung läuft auf Hochtouren, schafft es bei diesem Frost einfach nicht. Besonders im schattigen Süden“, so Schwaninger, der im gefährdeten Bereich unter der Schneedecke Eisbrocken ortet. Warum in Wien, Graz und Salzburg die dortigen Rasenheizungen es schaffen, den Rasen aufzutauen? „Weil es bei uns einfach noch einige Grade kälter ist, wir zudem viel Schnee und auch Verfrachtungen hatten“, so Schwaninger, für den der Rasen nur ein Problem von mehreren ist: „Mir geht es in erster Linie um Sicherheit. Für die Kicker und natürlich auch die Zuschauer. Dafür sind wir auch verantwortlich.“

Die Baupolizei hatte bei der gestrigen Begehung einiges einzuwenden. Vereiste Stiegen im Tribünenbereich, Zufahrten für Sicherheitsdienste und Feuerwehr sind nicht ausreichend geräumt. „Es ist tiefster Winter, am Abend hat es zweistellige Minustemperaturen und wir reden von Fußball. Da geht es letztlich auch um Haftungsfragen“, weist Schwaninger auf eine Extremsituation hin, mit der man Mitte Februar nicht unbedingt rechnen konnte. Aber die eben nun einmal frostiger Fakt ist. Olympia-World-Geschäftsführer Michael Bielowski als Betreiber des Tivoli­stadions spricht Klartext: „Ich hätte das Spiel schon abgesagt. Aber dieses Recht haben wir nicht.“

Wie geht es weiter? Morgen erfolgt um 16 Uhr eine Vorkommissionierung, die von Ex-FIFA-Schiedsrichter Konrad Plautz vorgenommen wird. Durchaus möglich, dass der Westschlager schon vorzeitig abgesagt wird.

Das Tivoli ist nicht der einzige Wackelkandidat zum Frühjahrsstart. Auch dem Spiel zwischen der Admira und Kapfenberg droht eine Verschiebung. Die Südstadt hat keine Rasenheizung, der Untergrund ist holprig und gefroren. „Ideal zum Haxnbrechen“, wie Trainer Didi Kühbauer meinte. In Wr. Neustadt blickt man der Partie gegen Rapid auch ohne Rasenheizung noch optimistisch entgegen. 60 Tonnen Sand wurden nach Abschluss der Herbstsaison in den Rasen gemischt. In Graz (Sturm – Mattersburg) und Wien (Austria – Ried) gibt es keine gravierenden Probleme.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 08.02.2012
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum