Moniz will historischen Titel
Von Tobias Waidhofer
Wien – Es ist eigentlich kaum zu glauben: Was die Anzahl der Cupsiege anbelangt, hat die oft als Dorfverein verunglimpfte SV Ried gegenüber dem selbst ernannten Spitzenklub Red Bull Salzburg die Nase klar vorne. Mit dem Vorjahreserfolg über Zweitligist Austria Lustenau holten sich die Innviertler die Trophäe bereits zum zweiten Mal, der regierende Meister hechelt dem Cup hingegen noch immer hinterher. Das erste Double der Vereinsgeschichte soll bei den „Bullen“ aber trotz der erfolgreichen Meistermission die letzten Kräfte freisetzen. „Wir wollen Geschichte schreiben“, sagte Salzburg-Coach Ricardo Moniz.
Auch wenn die Generalprobe der Rieder am Donnerstag mit dem 2:2 gegen Wr. Neustadt nicht glückte, hält Moniz den Gegner für „sehr gefährlich. Es ist schwierig, gegen sie zu spielen, sie haben ein interessantes System. Für mich stehen die Chancen 50:50.“ Die Statistik spricht eine andere Sprache: Die letzten vier Finali, damals noch als Austria Salzburg, gingen allesamt verloren. „Das war Gänsehaut pur“, erinnert sich Ried-Goalie Thomas Gebauer an den Final-Erfolg im vergangenen Jahr. Der Deutsche will heute ähnliche Emotionen verspüren – die Devise ist klar: „Wir müssen unser eigenes Spiel spielen. Wenn wir nach Wien fahren und nur verteidigen, wird das nicht gutgehen.“ Für Unterstützung ist – wie schon im Jahr zuvor – gesorgt. Ried kutschiert mit etwa 80 Bussen Tausende Fans vom Innviertel nach Wien, sie werden auch den letzten Auftritt des Tiroler Schiedsrichters Thomas Einwaller beobachten können. Der FIFA-Schiedsrichter hängt die Pfeife nach dem Cupfinale an den Nagel. Schon vor dem großen Finale machte sich der ÖFB Gedanken über die Zukunft des Bewerbs. Besonders das Fehlen eines fixen Finalorts gilt bei den Verantwortlichen als großer Makel. Dass heuer der anvisierte Finalort Salzburg der Welthundeausstellung in Stadionnähe zum Opfer fiel, soll die letzte unglückliche Fügung in dieser Causa gewesen sein. Schon ab kommendem Jahr will man das Endspiel in einem auf drei bis fünf Jahre bestimmten Stadion austragen, als Favoriten gelten Wien (Happel-Stadion), Klagenfurt, Salzburg und Linz. Erst dahinter kommen die UPC-Arena in Graz und das Tivoli in Innsbruck.



