Schwarzgrüner Hoffnungsschimmer
Von Wolfgang Müller
Innsbruck – Respekt ja, aber damit hat es sich auch schon. Der FC Wacker ist nach intensiver Vorbereitung richtig heiß auf den Saisonstart und hat sich zum heutigen Auftakt in Hütteldorf einiges vorgenommen. „Ich würde auf ein Remis oder einen Auswärtssieg tippen“, schmunzelt Verteidiger Marco Kofler und setzt gleich nach: „Erstens sind die Quoten besser, zweitens traue ich uns das auch absolut zu.“ Die Rollen vor dem Anpfiff ab 18.30 Uhr im Hanappi-Stadion sind klar verteilt. Der grünweiße Rekordmeister aus der Bundeshauptstadt hat nach dem zweiten Platz im Vorjahr klare Ambitionen. „Bei Rapid sind die Ansprüche immer hoch. Zumindest ein Titel soll schon her“, weiß Trainer Peter Schöttel, was gleich zum Startschuss vom Umfeld erwartet wird – drei Punkte gegen den schwarzgrünen Außenseiter aus Tirol. Rapids Rekordspieler ist sich aber auch bewusst, dass seine Truppe auf der Hut sein muss: „Gegen die Innsbrucker ist es schwierig zu spielen, denn sie sind auf den Gegner immer gut eingestellt. Es wird ganz sicher kein Selbstläufer, aber wir wollen in dieser Saison voll angreifen und werden deshalb alles tun, um zu gewinnen.“ Selbstvertrauen versprüht auch Markus Katzer, der immerhin schon seit 2004 für Rapid kickt: „Ich habe ein so gutes Gefühl wie schon lange nicht mehr. Momentan spielen wir einen viel besseren Fußball als vor einem Jahr, daher bin ich sehr optimistisch, dass wir viel erreichen können.“
Seit dem Wiederaufstieg 2004 lief der FC Wacker bislang bemüht, aber doch vergeblich einem Sieg im Hanappi-Stadion hinterher. Überhaupt reichte es in 24 Duellen nur zu zwei Siegen. Statistisch gesehen spricht eigentlich alles für die Wiener. Doch in den letzten vier Spielen konnten die Rapidler bei drei Remis nur über einen Sieg jubeln.
„Fakt ist, dass wir uns optimal vorbereitet haben und durchaus auch Chancen haben, den ein oder anderen Punkt auf die Heimreise mitzunehmen“, sieht Wacker-Verteidiger Alex Hauser die Lage optimistisch und wird von Trainer Walter Kogler bestätigt: „Trotz der Statistik fahren wir zuversichtlich nach Wien, weil wir dort zuletzt immer ganz gut gespielt haben.“ Kapitän Tomáš Abrahám ist wieder fit und Neuerwerbung Marcelo Fernandes will sein Bundesligadebüt gleich mit einem Tor feiern.
Viel vorgenommen hat sich auch Neuzugang Christoph Saurer. Der 26-Jährige wurde im Frühjahr von den Hütteldorfern nach Wr. Neustadt abgeschoben und übersiedelte im Sommer nach Innsbruck. Dass es zum Start gleich ins Hanappi-Stadion geht, ist eine besondere Herausforderung. „Die Stimmung ist einmalig“, freut sich Saurer, der dem FC Wacker heute viel zutraut, auf die Rückkehr. Ein Erfolgserlebnis wäre schon etwas Besonderes, denn sein erstes Spiel im grünweißen Dress hat der ehemalige Austrianer noch nicht vergessen: „Da haben mich die Rapid-Ultras angespuckt. Ein bittere Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst.“



