03.09.2012
Bundesliga

Wacker-Boss Plattner: „So geht es nicht weiter“

Mittlerweile ist sogar der stets gut gelaunte Wacker-Obmann Kaspar Plattner aufgrund der sportlichen Situation angefressen. Warum das so ist und was ihn bewegt, den Tabellenletzten nach oben zu bringen.

Innsbruck – Obmann Kaspar Plattner weilte auf einer Messe in Salzburg als der FC Wacker Innsbruck chancenlos mit 0:4 am Samstag gegen Red Bull Salzburg verlor, die Fans „Trainer Walter Kogler raus“ skandierten, die Mannschaft auspfiffen und dem Vorstand die Erfüllung seiner Aufgaben absprachen. Während Kogler beteuert, bis zum kommenden Auswärtsspiel am 15. September bei Sturm Graz das Wacker-System herunterfahren zu wollen, um es anschließend komplett neu aufzusetzen, stellt sich die Frage, wie der Vorstand mit den Krisenherden umgehen will. Im TT-Interview erklärt Plattner seine nächsten Schritte, um eine sportliche Kehrtwende beim Tabellenletzten einzuläuten.

Was sagen Sie zu der Partie?

Kaspar Plattner: Es ist mir vollkommen unverständlich, wie man so verlieren kann. Ich habe zwar das Spiel nicht gesehen, aber nachgelesen.

Wie sehen Sie den Angriff gegen Sie als Obmann?

Plattner: Mir persönlich ist noch nie ein negatives Feedback entgegengebracht worden, mir wird eigentlich bestätigt, dass ich gut arbeite. Aber dass die Fans unzufrieden sind, ist mir klar und dafür habe ich auch Verständnis.

Haben Sie auch Verständnis dafür, dass die Fans den Abgang ihres Trainers fordern, während Sie am Donnerstag diesem Explizit das Vertrauen aussprachen?

Plattner: Wir haben uns jetzt dazu entschieden, mit dem Trainer weiter zu arbeiten. Ich werde mich kommende Woche mit der sportlichen Leitung (Kogler und Sportdirektor Oliver Prudlo/Anm. d. Red.) zusammensetzen und ausführliche Gespräche führen. Und dann werden wir sehen, ob ihnen etwas einfällt. Das nächste Spiel in Graz werde ich mir selbst vor Ort wieder ansehen und mir schlussendlich eine Meinung bilden. Eines ist einmal klar: So geht es nicht weiter!

Der einzige Lichtblick gestern war Neuzugang Stürmer Roman Wallner. Jedoch war die eklatante Abwehrschwäche über 90 Minuten präsent. Warum haben Sie sich für einen Stürmer entschieden?

Plattner: Das müssen sie Oliver Prudlo fragen. Die vergangene Saison hat die sportliche Leitung nur davon gesprochen, einen Stürmer zu wollen. Diese Saison wollte sie dann noch einen Defensivmann. Aber dann wollten beide unbedingt Wallner. Prudlo und Kogler steht ein Budget zur Verfügung und davon können sie die Spieler holen, die sie wollen. Das ergibt dann die Mannschaft.

Ist da ein Anflug von Kritik von Ihnen zu hören?

Plattner: Kritik will ich nicht sagen, aber dass ich so nicht happy bin, ist kein Geheimnis. Und dass wir die Schuldigen möglichst bald ausmachen müssen, ist auch klar. Es muss jedenfalls etwas passieren. Aber was, muss ich erst mit der sportlichen Leitung absprechen.

Und wie geht es Ihnen persönlich mit dieser Situation?

Plattner: Ich bin kein Mensch, der die Flinte ins Korn schmeißt. Für mich ist das eher Ansporn, es wieder ins richtige Lot zu bringen.

Das Gespräch führte Susann Frank

Einen Leitartikel dazu lesen SIe in der Dienstagsausgabe der Tiroler Tageszeitung von Sportchef Max Ischia

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 03.09.2012
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