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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 07.12.2012

Zählbares ist auch in Hütteldorf gefragt

Als klarer Außenseiter läuft der FC Wacker am Sonntag ab 16 Uhr im Hanappi-Stadion gegen Rapids Eurofighter auf.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – „Vor 14 Tagen wäre mir Rapid lieber gewesen“, blickt Roli Kirchler dem letzten Auswärtsspiel 2012 entgegen. Damit meint der Wacker-Coach den abschließenden 1:0-Erfolg der Grünweißen in der Europa League gegen Metalist Charkiw. „Das war eine starke Vorstellung. Erfolge auf internationaler Bühne verleihen Kraft und Selbstvertrauen. Das weiß ich noch aus eigener Erfahrung“, kann Kirchler über etwaige Verschleißerscheinungen beim Rekordmeister nur schmunzeln: „Drei Tage Regenerationszeit müssen genügen. Außerdem haben sie einen großen Kader. Sie werden mit vier oder fünf Neuen gegen uns einlaufen und alle Geschütze in Stellung bringen.“ Rapid-Tiefstapler Peter Schöttel hatte unmittelbar nach dem Schlusspfiff gegen Charkiw vermeldet, dass sich die Tiroler wohl schon über seine müden Eurofighter freuen würden.

Gegenüber dem 1:1 in Wolfsberg wird das Tiroler Team fix auf zwei Positionen verändert. Martin Svejnoha kehrt wieder für den leicht angeschlagenen Marco Kofler in die Innenverteidigung zurück und im defensiven Mittelfeld muss Christoph Saurer, der ebenso wie der zweite Ex-Rapidler Roman Wallner gesperrt ist, ersetzt werden. Zählbares ist natürlich auch in Wien gefragt, die Fortsetzung der Kartenflut im Lager des FC Wacker nicht. „Aggressivität im Abstiegskampf ist gefragt, aber Aussetzer dürfen wir uns keine mehr leisten. Das wird rigoros mit Geldstrafen geahndet“, so Kirchler.

Dario Dakovic ist ein Muster an defensiver Verlässlichkeit und will diese auch am Sonntag wieder in bewährter Art und Weise abliefern. Dass er bei vier Gelben Karten steht, belastet den 25-Jährigen nicht sonderlich: „Das blende ich komplett aus.“ Auch den großen Heimvorteil Rapids im „St. Hanappi“ kommentiert Dakovic trocken: „Schlechter wie zuletzt im Tivoli kann auch im Hanappi-Stadion nicht gepfiffen werden.“ Zumal das Spiel ein gewisser Rene Eisner leitet. „Ich kenne und schätze ihn. Der lässt sich von der Hanappi-Kulisse sicher nicht beeindrucken“, so Kirchler.

Wie man Punkte mitnehmen kann, darüber sind sich Kirchler und Dakovic einig: „Hinten dichtmachen, uns selbst etwas zutrauen, die Seiten zumachen und Standards vermeiden.“ Und wenn Rapid-Kapitän Steffen Hofmann auflaufen sollte, wird man sich eben etwas einfallen lassen.