Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 13.12.2012

FC Wacker

Fans wollen Strafe begleichen

Dem Abbruch des Sturm-Heimspiels im November lassen die Wacker-Fans Taten folgen. Sie wollen die drohende Strafe (25.000 €) mithilfe einer Spendenaktion begleichen.

drucken

Innsbruck – Kürzlich wurde der teuerste Cocktail Österreichs mit 555 Euro beziffert. Witzvögel im Wacker-Umfeld meinen: Jenes Bier, das in Begleitung einer Eckfahnenstange kürzlich an einen Tivoli-Linienrichter adressiert worden war, käme noch teurer. 25.000 Euro fordert die Bundesliga, der Protest läuft. Wacker-Vorstandsmitglied Martin Weberberger heißt das Geschehene nicht gut, moniert allerdings: „Wären leere Bierbecher und ein Feuerzeug sieben Meter neben dem Linienrichter Grundlage für Spielabbrüche, dürften im Osten von Österreich keine Spiele mehr regulär abgepfiffen werden. Ich erinnere nur an die Fernsehbilder bei Rapid-Spielen, bei denen mit Sonnenschirmen die Eckballschützen geschützt werden mussten.“

Gestern formierten sich die Fans im Rahmen einer Spendenaktion: Ein Konto wurde eingerichtet, das Wacker-Legende (261 Spiele) und Bankmitarbeiter Werner Zanon betreut. Darüber hinaus wolle man am Samstag beim letzten Heimspiel des Kalenderjahrs gegen die Admira (18.30 Uhr) an den Eingängen sammeln. Bis zur Abgabe der Lizenzunterlagen im März 2013 soll die Aktion laufen, wie es heißt. Und Initiator Rudolf Tilg hofft besonders auf jene Osttribünen-Besucher, „die für diese Strafe verantwortlich sind“. Diese mögen „besonders tief in die Tasche greifen“.

Am sportlichen Sektor war gestern alles beim Alten. In Bestbesetzung ging die Trainingseinheit am Nachmittag neuerlich am Kunstrasenplatz über die Bühne. Coach Roli Kirchler versuchte, seine Truppe „bei Laune zu halten“. Die Hoffnung auf ein Abschlusstraining im Tivoli hat er nicht aufgegeben: „Ich hasse Ausreden, aber diese Trainingsbedingungen sind ein Nachteil. Deshalb werden wir alles daran setzen, zumindest einen Teil des Abschlusstrainings im Stadion absolvieren zu können.“ Eine Begehung des Tivolirasens soll heute Morgen darüber entscheiden.

Komme es, wie es wolle – Kirchler will gegen eine angeschlagene Admira-Elf (nur ein Punkt aus den letzten acht Spielen, der letzte Sieg datiert vom 6. Oktober und mit 4:1 ausgerechnet gegen den FC Wacker) den unbedingten Siegeswillen sehen.

„Dieses Spiel ist gewissermaßen ein Startschuss fürs Frühjahr, wo es dann gegen Ried, Mattersburg und Neustadt weitergeht. Vielleicht können wir eine Serie starten.“ Dafür wird es mehr Präsenz im gegnerischen Strafraum benötigen. „Ich will mehr Sprints in den Strafraum sehen“, spricht der Coach ein Fach an, das er selbst beherrschte. (floh, lex)

drucken