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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 16.12.2012

Halbe Liga steckt im Abstiegsstrudel

FC Wacker mit roter Laterne, aber nicht hoffnungslos in die Winterpause – Kaderregulierung über Weihnachten – Verstärkung mehr als fraglich – Kirchler wünscht sich einen dritten Stürmer.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Nach dem 3:1-Heimerfolg zum Jahresabschluss war die gestrige Weihnachtsfeier des FC Wacker Innsbruck in der Villa Blanka eine entspannte und besinnliche. Freilich hätte man das Fest gerne ohne rote Laterne gefeiert, aber da hatte Rekordmeister Rapid etwas dagegen. „Der Saisonabschluss war versöhnlich. Wir sind zwar noch Letzter, aber dafür sind jetzt gleich mehrere Klubs in den Abstiegskampf involviert. Auch Wolfsberg und Mattersburg dürfen sich nicht sicher fühlen“, weiß Sportdirektor Oliver Prudlo, dass das Frühjahr trotz des frühen Beginns Mitte Februar ein verdammt heißes wird. Sportlich und wirtschaftlich erst recht – die Jahreshauptversammlung sowie die Lizenzierung versprechen einen Kraftakt der besonderen Art.

Auch der Wacker-Coach zog einen ausgewogenen sportlichen Schlussstrich unter 2012 und blickt dem Frühjahr ebenso gespannt wie auch optimistisch entgegen. „Der Start mit den Spielen gegen Ried, Mattersburg und Wr. Neustadt wird entscheidend sein. Dementsprechend hart werden wir in der sechswöchigen Vorbereitung auch arbeiten“, so Kirchler, der seine Truppe schon am 4. und 5. Jänner zu den sportmedizinischen Tests erwartet. Bezüglich zugesicherter Verstärkung wird sich im Budget kein Spielraum finden. „Dann soll man das auch klar den Leuten sagen. Ich traue dieser Mannschaft auch den Klassenerhalt zu, aber ich warne eindringlich, dass dann nicht viel passieren darf“, so Kirchler, der sich – wenn realisierbar – eine offensive Verstärkung wünschen würde: „Ein dritter Stürmer im Kader würde nicht schaden.“

Zwei Stammspieler werden zum Frühjahrsstart am 16. Februar in Ried sicher fehlen. Dario Dakovic und Tomas Abraham kassierten gegen die Admira jeweils die fünfte gelbe Karte und sind somit gesperrt. Zudem dürften Marco Köfler (Hartberg) und Fabian Hafner (Grödig) verliehen werden. Dafür könnte Sebastian Siller von Grödig zurückkehren. Das Gedränge im Abstiegsstrudel sieht Kirchler als Bestätigung der letzten Wochen: „Aus dem Zweikampf mit Wr. Neustadt wurde ein Mehrkampf. Praktisch die halbe Liga ist involviert.“

Wolfsberg überwintert zwar mit einem Spiel weniger als Sechster, doch der Fünf-Punkte-Vorsprung auf den FC Wacker und Wr. Neustadt ist nicht wirklich beruhigend.

Mattersburg muss sich im neuen Jahr auch mit dem Thema Abstieg befassen. Die Burgenländer kassierten mit einem 0:7 in Salzburg ihre höchste Bundesliga-Niederlage überhaupt. „Wenn wir nicht alle wirklich am letzten Drücker arbeiten, wird es schwierig“, betonte SVM-Trainer Franz Lederer.

Admira in der Winter-Depression – nur ein Punkt aus den letzten neun Runden belegt das hartnäckige Tief eindrucksvoll. „Derzeit müssen wir froh sein, in die Pause zu kommen. Wie wir auftreten, hätten wir niemanden mehr schlagen können“, gestand Admira-Trainer Dietmar Kühbauer im Tivoli.

Wr. Neustadt bewahrte sich mit dem zweiten Heimsieg in Serie vor der roten Laterne. Um dem Abstiegsstrudel zu entkommen, hat Heimo Pfeifenberger schon Wünsche beim Christkind deponiert. „Die Mannschaft braucht ein bisschen frisches Blut“, hofft er auf Verstärkungen.

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