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3:1 gegen Sturm - Austria auch in Unterzahl nicht zu stoppen

Die Wiener spielten 80 Minuten mit einem Mann weniger und besiegten die Grazer dennoch souverän.

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Wien –Auch mit zehn Mann ist die Wiener Austria derzeit nicht zu biegen: Dank eines 3:1-(0:0)-Heimerfolgs gegen Sturm Graz wahrte der Herbst- und Wintermeister im letzten Spiel vor der Winterpause den Sieben-Punkte-Vorsprung auf Salzburg sowie seine Serie, ist nun elfmal in Folge ungeschlagen. Und das, obwohl die Elf von Peter Stöger nach einer Tätlichkeit Juns in der elften Minute nur als „Zehn“ agierte.

Torjäger Philipp Hosiner schoss die Hausherren vor 11.120 Zuschauern kurz nach der Pause mit seinem 21. Saisontor erstmals in Führung (49.), Suttner (66.) und Stankovic (89.) fixierten nach zwischenzeitlichem Ausgleich (55./Okotie) den Endstand in einer spielerisch recht mageren, vor allem in der ersten Hälfte auch recht ruppigen Partie. Die Grazer gingen erstmals nach neun Spielen wieder als Verlierer vom Platz.

Was das Gipfeltreffen zum Herbstausklang an Hochklassigkeit schuldig blieb, das machten beide Teams mit viel Emotion wett. So mancher auch mit überbordender Hitzigkeit: Tomas Jun sah schon nach elf Minuten Rot, weil er sich an Kaufmann für eine harmlose Attacke mit einer leichten Ohrfeige gerächt hatte. Der tschechische Antreiber fehlt der Austria damit ausgerechnet zum Frühjahrsauftakt im Derby gegen Rapid.

In der nächsten Szene gerieten Hosiner und ein theatralisch agierender Dudic - ohne disziplinäre Folgen - aneinander, kurz darauf kam Okotie nach Attacke von Koch im Strafraum der Wiener zum Liegen: Drachta meinte es aber gut mit Violett und versagte den Gästen den durchaus möglichen Elfmeter (14.). Die erste Phase der Partie beschloss Gelb für Sturm-Angreifer Sukuta-Pasu, der sich beim Rempler an Holland aber selbst ein Cut über dem Auge abholte und in der 22. Minute durch Weber ersetzt werden musste.

Die dezimierte Austria suchte ihr Heil in der Folge in der Defensive, Sturm nutzte den größer gewordenen Raum für Impulse und Chancen: Zuerst sorgten Kaufmann (25./am langen Eck vorbei), Tobias Kainz (31./Außennetz) und Dudic (38./Kopfball) für Möglichkeiten, die beste vergab Okotie aus Kurzdistanz per Kopf (34.). Die Wiener tauchten lediglich einmal durch Simkovic (27.) halbgefährlich vor dem Grazer Tor auf.

Umso kurioser das 1:0 kurz nach Wiederbeginn: Mit der ersten echten Chance gingen die Hausherren nach Vorlage des zur Pause eingewechselten Dilaver durch Hosiner in Führung, auch Goalie Focher, der sich den Ball ins Tor ablenkte, hatte daran seinen Anteil (49.).

Kurz darauf sorgte neuerlich Hosiner für einen gefährlichen Torschuss (52.), doch Sturm schlug zurück: Okotie stand nach Ecke und Zufallsvorlage Webers vor dem 1:1 allerdings im Abseits (55.).

Die Teams blieben ihrer Taktik aus der ersten Hälfte treu, allerdings war den hocheffizienten Veilchen nun auch Erfolg beschieden. So tanzte Suttner in der 66. Minute nach einem Konter und Stankovics Vorlage drei Verteidiger aus und schoss zur neuerlichen Führung ein.

Sturm erhöhte in den letzten 20 Minuten den Druck gegen die tief stehenden Wiener, agierten aber nicht mehr zwingend - ganz im Gegensatz zur Austria, die in der 89. Minute wieder nach Konter durch Stankovic mit einem abgefälschten Schuss ins lange Eck das 3:1 perfekt machte. (APA)

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