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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 31.12.2012

Gipfel als Ansporn zum Neustart

Damit das Tiroler Fußballjahr nicht noch schlechter wird als das vergangene, sollen alle Kräfte im Land an einem Strang ziehen.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Das Jahr 2012 war für den Tiroler Fußball nicht unbedingt eines, das in die Annalen als ruhmreich eingehen wird. Damit 2013 nicht noch schlechter wird, plant Sepp Geisler, der Präsident des Tiroler Fußballverbandes, die Bündelung der wichtigsten Kräfte im Land. Der Verband als Schirmherr der Akademie, der FC Wacker Innsbruck als Erstligist, die WSG Wattens – hoffentlich baldigst – als Zweitligist und der FC Kufstein als starker Regionalligist sowie politische Vertreter von Stadt Innsbruck und Land Tirol treffen sich am 7. Jänner. „Der Tiroler Weg ist bodenständig und die einzige Möglichkeit, langfristig im nationalen Fußball bestehen zu können“, so Geisler.

FC Wacker: Der Anschluss wurde unter Trainer Roli Kirchler geschafft, jetzt braucht es eine entsprechende Vorbereitung, um im Frühjahr die bedrohliche rote Laterne endlich auch Richtung Osten abgeben zu können. Denn im Land der Berge wäre der Abstieg 2013 der Fußball-Super-Gau. Ab 4. Jänner tanken die schwarzgrünen Profis Kraft für den Abstiegskampf, dem Tiroler Fußballgipfel blickt man ebenfalls hoffnungsfroh entgegen. Denn alles, was zur Besserung der Rahmenbedingungen des Tiroler Traditionsklubs im Jubiläumsjahr beitragen kann, ist ein Fortschritt im Kampf um das wirtschaftliche und sportliche Überleben.

WSG Wattens: 2012 war ein Wechselbad der Gefühle für die Werkssporttruppe. Zunächst ungeschlagen Westligameister, dann in der Relegation gegen Horn förmlich untergegangen und schließlich im Herbst auch in der Westliga angeschlagen. „Lizenzierungsunterlagen geben wir heuer keine ab, weil das reine Geldverschwendung wäre. Das Trainerduo Robert Wazinger/Hermann Steinlechner bleibt bis zum Sommer“, stellt Robert Auer zum Jahresbeginn klar. Der sportliche Leiter der WSG ist schon gespannt, wie die Liga das Thema Direktaufstieg aller drei Regionalligameister aufarbeitet und blickt dem Tiroler Gipfel mit gemischten Gefühlen entgegen: „Im Grund eine positive Sache, aber es kann und darf nicht sein, dass Wattens, so wie in der Vergangenheit üblich, für viel oder fast alles geradestehen muss.“

FC Kufstein: Die Festungsstädter avancierten im Herbst zur Nummer zwei im Land und überwintern als Tabellendritter nur knapp hinter den Titelkandidaten Liefering und Austria Salzburg. Für Präsident Herbert Gartner ein Beleg, dass unter Trainer Thomas Silberberger sehr gut gearbeitet wurde und dass bei seinem Klub aus den vorhandenen Mitteln sehr viel herausgeholt wird. Aber um eine Lizenz wird trotzdem nicht angesucht. „Weil es einfach keinen Sinn macht. Die sechs- bis achttausend Euro, das dieses Ansuchen kostet, wären hinausgeschmissenes Geld. Da soll die Kampfmannschaft lieber in Tunesien ein Trainingslager machen“, so Gartner, der auch zum Gipfeltreffen mit Verband, Politik, FC Wacker, Wattens und seinem FC Kufstein eine eigene Meinung hat: „Im Grunde positiv. Wir werden uns alles gespannt anhören. Ich bin auch der Meinung, dass es einen starken FC Wacker als Aushängeschild braucht. Aber dass alles nach Innsbruck fließt, kann auch nicht sein. Würde uns zum Beispiel von der öffentlichen Hand der Trainer gezahlt, wäre der Ansporn noch größer, Talente für die Bundesliga auszubilden.“

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