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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 02.01.2013

Schritte ohne Ball, Gipfel im Visier

Die türkische Riviera ist noch fern. Mit bekannten Themen und Problemzonen bewegt sich Fußball-Bundesligist Wacker ins neue Jahr.

Von Alex Gruber

Innsbruck – Die Hoffnung auf eine insgesamt bessere Fußball-Zukunft stirbt auch bei Wacker-Coach Roli Kirchler zuletzt. Deswegen gibt er sich vor dem von TFV-Präsident Sepp Geisler einberufenen Fußball-Gipfel am 7. Jänner „neugierig“. „Ich bin neugierig, ob sich die Parteien in irgendeiner Form einigen“, sagt Kirchler, ehe bereits am Freitag in Sachen eigener Kader Leistungstests in Innsbruck anstehen.

Die fußballfreie Zeit über Weihnachten und Neujahr nutzte der Wacker-Coach wie jeder andere Tiroler Familienvater. Es blieb mehr Zeit für Sohnemann Konstantin übrig, Eislaufen und Skifahren standen auf dem Ausgleichs­programm. Auf zwei Brettln wurde Kirchler einen Tag auch von Klaus Haim, von vielen der Wunschkandidat als neuer Wacker-Obmann, begleitet. Dass daraus was wird, zieht Kirchler etwas in Zweifel, aber „vielleicht können wir die WSG Wattens mit der Person von Klaus Haim integrieren“.

Der Tiroler Fußball soll angefangen vom Wacker als Speerspitze über die Regionalisten Wattens und Kufstein sowie Akademie ja wieder auf mehreren Säulen stehen. „Es muss eine positive Stimmung herrschen“, erneuert Kirchler – auch in Richtung von Wackers Vereinsboss Kaspar Plattner – seinen Wunsch. Dass man ohne namhafte Neuzugänge im Fußball-Frühjahr mit einem gewissen Gefahrenpotenzial in den Abstiegskampf starte, hat er ja schon gebetsmühlenartig wiederholt: „Bei gewissen Leuten wie z. B. Safar darf nichts passieren.“

In der Wintervorbereitung startet der FC Wacker, bevor es wie bei vielen anderen Klubs auch wieder an die türkische Riviera geht, an der konditionellen Basis. Von diesen physischen Grundlagen zehrt man schließlich das ganze Jahr. Nach Leistungstests werden ein Konditionscamp im Kühtai mit einer Schneewanderung, Besuche in der Kraftkammer und Langlauf-Einheit die Schweißperlen forcieren, eine ganze Woche bleibt der Ball im Eck. Der erste mentale Kraftakt sozusagen, ehe die Kugel beim ersten Test gegen St. Gallen wieder rollt.

Die Gegner im Trainingslager in Side sind zur Stunde noch offen, drei an der Zahl werden es sein. „Nur gegen russische Klubs muss ich nicht spielen“, erinnert sich Kirchler an manche „Rauferei“. Man nehme es letztlich aber ohnehin, wie es komme. Zuerst regiert vor dem Tiroler Fußball-Gipfel auch ein wenig die Neugier: „Vielleicht bekommen wir von der öffentlichen Hand auch Zuschüsse, um junge Talente zu binden“, sinniert der Wacker-Coach als größter personifizierter Hoffnungs­träger.