Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 10.01.2013

Grüne Männchen mit einer hohen Hüfte im Schnee

Mit einer heiter-anstrengenden Langlauf-Einheit schloss Bundesligist Wacker Innsbruck die schneeweißen Erlebnistage im Kühtai ab.

Von Alex Gruber

Kühtai – Wer sind eigentlich diese grünen Männchen im Schnee, die sich vor dem Hotel Alpenrose mit Langlaufskiern sammeln? Ein paar vermeintliche Flachland-Indianer sind bei der Premiervorstellung schon dabei, ein Spanier unter ihnen wie Carlos Merino hat sich bei Wackers Winterfestspielen sogar mit einem neuen Skianzug ausgestattet. Einen mit dem Spinnensymbol. Einen, der was kostet. Kleider machen ja Leute.

Auf gut 2000 Höhemetern ist die Schneelage optimal. Das Kühtai offenbart sich am frühen Nachmittag mit schneeweißer Pracht, die in erster Linie zum Wedeln verleitet. Der ein oder andere Tourist legt auch schon den berühmten Einkehrschwung ein.

Die Grünen, die sich wenig später am schneebedeckten Sportplatz aufmachen, um den eigenen Bewegungsapparat bei den teils ersten Langlauf-Schritten zu erkunden, stechen ins Auge. „Hohe Hüfte“, erschallt es aus dem Munde von Individualcoach Karl Schwarzenbrunner. Und neben der nahe gelegenen Schneebar macht sich eine professionelle Mischung aus Spaßfaktor und Drill-Sergeant breit. „Spaß war das keiner“, erinnert sich Coach Roli Kirchler an die sensationelle Schneeschuhwanderung vom Vorabend. Motto: Hier wird gearbeitet, in diesen Tagen halt ein wenig alternativ.

„Hohe Hüfte.– Eh schu wissen. – Muss ich mir das noch antun?“, lacht es Goalie-Routinier Szabolcs Sáfár mit seinen 38 Lenzen fragend aus dem Mund. Und wer hat Schreters zweiten Skier versteckt? „Eh klar, dass du es warst Schützi“, blickt der Telfer zu seinem Teamkollegen. Der Ernst des nahenden Abstiegskampfes stellt sich schließlich noch früh genug ein. „Gemma, gemma.“ Auch aus den Lippen von Konditions-Coach Florian Klausner ertönte es gestern im Kühtai zuweilen im Appell. Töne, die nur der nach wie vor grippeerkrankte Kapitän Tomáš Abrahám nicht vernahm. Lukas Hinterseer parierte. Nachdem die Kooperationsvereinbarung mit der Vienna aufgelöst wurde, bleibt auch er vorerst ein grünes Männchen im Schnee. „Gemma, gemma.“