Attacke macht Otto Schenna nur stärker
Von Tobias Waidhofer
Ehrwald – Die Uhr am Sportplatz Ehrwald zeigte die 86. Spielminute. Gerade eben hatte Marco Schmid die Gastgeber im 2.-Klasse-West-Spiel Tiroler Zugspitze gegen Pfunds, mit 3:2 in Führung geschossen. Das Tor zählte, obwohl die Pfundser eine Abseitsstellung gesehen haben wollten. Nur eine Minute später forderte Pfunds einen Elfmeter. Als ihnen auch dieser von Schiedsrichter Otto Schenna verweigert wurde, eskalierte die Situation.
„Drei Pfundser Spieler sind sofort auf mich zugelaufen. Einer von ihnen, der Kapitän (Patrick Zlöbl, Anm.) ist mir dabei auf die Zehen getreten. Daraufhin wollte ich ihm die Gelb-Rote Karte zeigen“, erzählte Schenna. Doch Zlöbl wollte seine Strafe nicht akzeptieren und attackierte den Schiedsrichter daraufhin. Er traf Schenna mit der flachen Hand im Gesicht und stieß ihn zu Boden. So blieb Schenna nichts anderes, als ein Spielabbruch übrig. „Egal wie weit das Spiel fortgeschritten ist: Wenn ein Unparteiischer attackiert wird, ist der Spaß vorbei. Da gibt es keinen Spielraum mehr für mich.“
Seit 21 Jahren leitet der „Otto“ bereits Fußballspiele, so etwas habe er in seiner ganzen Laufbahn aber noch nie erlebt. Verbitterung ist bei Schenna aber trotz der Attacke ein Fremdwort: „So etwas passiert in solch tiefen Ligen nun einmal. Oft kommt es mir vor, als ob dort mit anderen Regeln gespielt wird. Ich schreibe jetzt einen Bericht, dann ist das Ganze ein Fall für den Strafsenat.“
Negative Folgen für seine eigene Person schließt der leidenschaftliche Unparteiische, der gestern bereits wieder an der Linie stand, aber komplett aus: „Ach was, so was macht mich nur stärker.“
Schenna wird auch nächste Woche wieder irgendwo in Tirol im Einsatz sein. Ganz im Gegensatz zu Patrick Zlöbl. Dem Kapitän des FC Pfunds droht nach seinem Ausraster in jedem Fall eine längere Denkpause.



