Ein Hexenmeister, zwei Unfallopfer
Von Christof Strasser
Innsbruck – Des einen Freud, des anderen Leid. Während Imst-Trainer Thomas Schatz über die Leistungen seines Goalies Luca Notar nur staunen konnte, erlebten Gerhard Fluckinger (Kitzbühel) und Robert Scheiber (Reutte) bange Minuten mit ihren Schlussmännern.
Gianluca Notar: In einer bestechenden Form befindet sich momentan Imst-Goalie Gianluca Notar. Beim 4:1-Sieg gegen den SVI glänzte Notar mit einigen Traumparaden und rettete der Elf von Coach Thomas Schatz die drei Punkte und somit die Tabellenführung. „Er ist ein absoluter Perfektionist“, meint Schatz und fügt schmunzelnd hinzu: „Sogar im Training will Gianluca kein Tor kassieren. So wie er am Samstag gegen den SVI parierte, das war übermenschlich und ähnelt einem Hexenmeister.“ Notar gibt Imst nicht nur als Tormann einen sicheren Rückhalt. Als Kapitän deckt er seinen Mannen, wann immer es geht, den Rücken. „Meiner Meinung nach ist Luca manchmal viel zu nett“, sagt Schatz – „ich hoffe nur, dass einige Spieler seine menschliche Art nicht ausnützen.“
Martin Bichl: Ohne Fremdeinwirkung ging Reutte-Tormann Martin Bichl beim Gastspiel gegen Kolsass/Weer zu Boden. Bei einem Ausschuss blieb Bichl mit den Noppen im Rasen hängen. Die bittere Nachricht ereilte Reutte-Coach Robert Scheiber wenig später aus der Innsbrucker Klinik: Patellasehnenriss. Bereits gestern Vormittag lag der 26-Jährige auf dem OP-Tisch. Die Herbstsaison ist für ihn somit gelaufen. Laut Scheiber soll Bichl im Frühjahr den Reuttener Kasten aber wieder sauber halten. „Er war in einer sensationellen Form und maßgeblich an unseren Erfolgen beteiligt“, sagte Scheiber. Die 1:3-Niederlage hatte nach dieser schweren Verletzung nur noch wenig Stellenwert. „Wir standen alle unter Schock. Viel wichtiger als diese Niederlage ist, dass sich Martin schnell erholt und wieder gesund wird. Er wird das locker wegstecken, denn er ist ein Kämpfer“, wünscht Scheiber seinem Schlussmann auf diesem Weg alles Gute.
Marco Kals: Zwar nicht im selben Krankenzimmer, aber auch in der Innsbrucker Klinik musste Kitzbühel-Goalie Marco Kals die Nacht verbringen. Im Spiel gegen Völs prallte der Student mit einem Gegenspieler zusammen und blieb bewusstlos liegen. „Es waren wirklich dramatische Minuten“, schilderte Kitzbühel-Trainer Gehard Fluckinger den Vorfall. „Wir hofften nur, dass es nichts Gröberes, etwa ein Blutgerinsel oder etwas Ähnliches ist“, beschrieb Fluckinger die bangen Minuten. Gott sei Dank wurde bei Kals nur eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt. „Ihm geht es so weit gut“, atmete Fluckinger erleichtert auf. Eines liegt dem Kitzbüheler Trainer am Herzen. „Im Leben gibt es weit wichtigere Dinge als Fußball und Sport. Auch wenn wir 7:0 verloren hätten, die Gesundheit meiner Burschen hat immer Vorrang.“



