Ein unrühmliches Ende
Von Thomas Mair
Innsbruck – Es kriselt im Tiroler Fußball-Unterhaus – nachdem gestern der Schlussstrich unter eine kuriose UPC-Tirol-Liga-Saison (Axams-Ausstieg und Reichenaus Aufstiegsverzicht) gezogen wurde, blieben viel Ärger und Frust übrig.
Besonders hoch war dieser natürlich bei den Absteigern Telfs und Absam, die sich neben der eigenen Unzulänglichkeiten über die Reichenauer Aufstellung – Goalie Matthias Hörtnagl und „Altherr“ Harald Raiser wurden als Feldspieler eingewechselt – gegen Mitkonkurrent Kundl echauffierten. „Ich hätte mich davor wetten getraut, dass die Reichenau keinen Punkt holt“, prophezeite Telfs-Obmann Michael Kerschbaum, der noch nachlegte: „ Einfach charakterlos, dass sie den anderen Vereinen ein doppeltes Hackl reinhauen.“
Gemeint ist damit der Aufstiegsverzicht, der Absam eine Liga tiefer rutschen lässt. „Im Prinzip sind wir nicht abgestiegen, sondern wegen der Entscheidungen der Reichenau und der Union wegreformiert worden“, nahm Absams sportlicher Leiter Werner Unterfrauner den Abstieg nach neun Jahren hin: „Die anderen steigen wirtschaftlich nicht auf, wieso müssen wir, wirtschaftlich gesehen, absteigen?“
Ganz emotionslos lässt der scheidende Reichenau-Trainer Thomas Lenninger die Vorwürfe nicht stehen und meint, dass es sich die anderen Vereine selbst verscherzt haben: „Ich wollte in Kundl gewinnen, immerhin haben sie mir im letzten Jahr den Abstieg mit dem IAC beschert.“ Vielmehr ärgert ihn, dass seine Mannschaft keine Meisterehrung erhielt und durch eine Verbandsentscheidung im ÖFB-Cup nicht antreten darf. Und das Sportliche bleibt auf der Strecke.



