Das Tiroler Unterhaus kommt nicht zur Ruhe
Von Tobias Waidhofer
Innsbruck – Es ist nur eine Randnotiz auf der Homepage des Tiroler Fußballverbands. Aber eine mit Sprengkraft. Klein gedruckt steht unter der Ligeneinteilung der Bezirksliga West für die kommende Saison geschrieben: „Die Einteilung gilt nur vorbehaltlich der Rechtskraft.“
Grund ist eine abgewiesene Anzeige und ein darauf folgender Protest des ESV Hatting gegen die Wertung der Partie Ried gegen Oberperfuss II. Mit dem 4:1-Sieg im letzten Spiel der 1. Klasse West machten die Oberperfer den Aufstieg klar. Allerdings mit einem nicht spielberechtigten Akteur in ihren Reihen. Torhüter Fabian Walcher hatte nämlich bereits am Vortag am letzten Spieltag der Landesliga West zwischen den Pfosten der ersten Mannschaft gestanden – ein Verstoß gegen § 5, Absatz c („Spielt ein Spieler in einer der letzten beiden Meisterschaftsrunden der ersten Kampfmannschaft mehr als 45 Minuten, so ist er für die restlichen Spiele der 1B/Amateurmannschaft nicht spielberechtigt“) der Durchführungsbestimmung des Verbandes.
Obwohl der TFV den Hattingern prinzipiell Recht gab, wurde der Protest abgewiesen, weil die Truppe von Trainer Josef Haslwanter nicht „unmittelbar beteiligt“ an der Partie war und der Protest zu spät eingereicht wurde. „Es ging uns auch nicht darum, den Aufstieg einzuklagen, denn den hat sich Oberperfuss verdient. Wir wollten Klarheit über die Auslegung der Durchführungsbestimmungen. Die haben wir jetzt“, erklärt Trainer Haslwanter.
Reagiert hat der Verband inzwischen. In den neuen Durchführungsbestimmungen lautet derselbe Paragraph jetzt: „Inklusive dem vorletzten und letzten Meisterschaftsspieltag der I. Kampfmannschaft sind alle Spieler (auch die Torleute), welche in dieser Mannschaft zum Einsatz gekommen sind, in der 1B nicht spielberechtigt.“ Beim Aufsteiger aus Oberperfuss ist man sich in jedem Fall keiner Schuld bewusst: „Wir haben am Tag vor dem Spiel beim Verband angefragt. Da wurde uns gesagt, dass Tormänner eine Ausnahme darstellen. Und Fabian war für uns daher spielberechtigt,“ erinnert sich Trainer Mario Venier.
Gerhard Neurauter, Geschäftsstellenleiter beim Tiroler Fußballverband, hielt sich in der Causa zurück: „Mit mir hat niemand geredet. Der Verein hat einen Spieler aufgestellt. Und das Onlineprogramm hat keinen Fehler angezeigt. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“
Der abgewiesene Hattinger Protest rundet die turbulente Unterhaus-Saison nun wirklich nicht ab.



