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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 10.08.2012

Rücktritt von Pranter: „1:6 war der I-Tupfen“

Von Alex Gruber

Innsbruck – Nach der 1:6-Niederlage gegen Titelfavorit Schwaz am eigenen Fenner­areal bot ein zutiefst enttäuschter Union-Coach Sepp Pranter Obmann Herbert Lener seinen Rücktritt an. Und nach einer schlaflosen Nacht, vor dem Urlaub am Gardasee, willigte Lener schließlich ein: „Es war eine gewisse Abnützung nach der letzten schweren Westliga-Saison da. Sepp hat aber viel für unseren Klub geleistet. Deswegen ist mir diese Entscheidung auch menschlich sehr schwer gefallen“, meldete sich Lener, auch ein wenig geknickt, zu Wort.

Pranter war gestern im Schlicker-Alm-Gebiet unterwegs, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen. Mit einer inneren Mischung aus Enttäuschung und Erleichterung. „Teile des Teams haben phasenweise dagegen gearbeitet, auch ohne Berechtigung. Und ich habe gesehen, dass ich nichts mehr bewegen kann. Die 1:6-Niederlage gegen Schwaz war der I-Tupfen darauf, eine Selbstaufgabe“, fasste Pranter zusammen. Die goldenen Momente, mit dem Tiroler-Liga-Meistertitel 2010, will er nach knapp vierjähriger Ära beim Traditionsklub aber keinesfalls missen: „Es war eine super Zeit. Höher als der Titel war für mich sogar der Klassenerhalt im ersten Jahr der Westliga einzuschätzen.“ Letztlich, so Pranter, sei es bereits nach dem Abstieg an der Zeit gewesen, die Segel zu streichen. Eine Erfahrung, die er für die Zukunft mitnehmen wird.

Lener ist bereits mit Nachfolgern („es gibt zwei Top-Kandidaten“) im Gespräch, in der kommenden englischen Woche genießt Co-Trainer Reini Walch das Vertrauen. Das Zeichen müssen jetzt ohnehin die Spieler setzen.