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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 14.08.2012

Der Schuss ins Schwazer Glück nach 17 Sekunden

Die Favoriten Schwaz, Reichenau und Reutte gaben sich gestern keine Blöße, dafür schaffte die Union auch ohne Pranter keine Trendumkehr.

Von Thomas Mair und Tobias Waidhofer

Innsbruck – Zum zweiten Mal in Serie gelang dem Titelkandidaten SC Schwaz gestern ein halbes Dutzend Tore. 6:0 hieß es am Ende gegen Nachzügler Kematen, doch alles sprach gestern vom schnellsten Tor in der aktuellen Unterhaus-Saison. 17 Sekunden waren vergangen, als Bernhard Lampl allein vor Torhüter Thomas Meischberger zum 1:0 vollendete. Ein langer Pass von Bülent Bilgen hatte die schlafende Blues-Defensive ausgehebelt und Lampl hatte keine Mühe zu treffen. „Der Sieg war in dieser Höhe verdient, obwohl wir in den letzten 20 Minuten noch nachlegen hätten müssen“, war Trainer Martin Hofbauer rundum zufrieden.

Freuen durfte sich auch Reichenau-Trainer Florian Schwarz nach dem 1:0-Derbysieg beim SVI. Bedanken konnte er sich bei Hannes Oberortner, der aus 25 Metern genau ins Eck traf und in einem chancenarmen Spiel doch für einen Sieger sorgte.

Von einem Sieg weit entfernt war hingegen die Union. Bei Aufsteiger Mötz/Silz setzte es für die Innsbrucker auch mit Interimstrainer Reini Walch eine 0:2-Schlappe. „Es ist ganz einfach: Wer mehr läuft, gewinnt das Spiel“, so die simple Analyse von Walch, der spielerisch „ein katastrophales Spiel von beiden Teams“ sah und trotz der Niederlage auch am kommenden Samstag gegen Reutte auf der Trainerbank sitzen wird.

Mötz/Silz-Trainer Jürgen Soraperra konnte sich den Schulterklopfern am Weg aus der Kantine hingegen kaum entziehen. Er freute sich über „einen absolut verdienten Sieg“ und „eine taktisch perfekte Leistung mit zwei wunderschönen Kontertoren“. Doch die schwache Union entging auch Soraperra nicht: „Sie haben sich wirklich katastrophal präsentiert.“