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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 24.09.2012

Zwei Dörfer, ein heißer Fall

Ein Gerücht um den Trainersektor sorgte in Kolsass und Thaur für Aufregung.

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Von Alex Gruber

Innsbruck – Was ein Dreizeiler in der TT alles auslösen kann: Dass Thaur-Coach Thomas Karbl ein legitimer Nachfolger von Kolsass-Trainer Harald Eder nach Ablauf dieser Saison sein könnte, löste in den beiden Dörfern am Montag ein kleines Erdbeben aus. Die Trainerjobs wurden (beinahe) zum Politikum erhoben. Die Handys von Finanzbuchhalter Karbl und Berufsschullehrer Eder – einen Brotberuf hat man neben der geschätzten Trainertätigkeit im Tiroler Fußball-Unterhaus ja schließlich auch noch – läuteten am Vormittag quasi pausenlos. In Thaur soll sich sogar schon ein möglicher Karbl-Nachfolger beworben haben.

„Ich bin Kolsass-Trainer, er ist in Thaur. Ich bin voll ambitioniert, mit den Kolsassern noch genügend Punkte zu holen, um den Klassenerhalt zu sichern“, stellte Harry Eder beim Tabellenschlusslicht der UPC Tirol Liga fest. Ein kleines Lächeln, was die Nachricht ausgelöst hat, konnte er bei aller Professionalität dennoch nicht unterdrücken. Dass vormals mit Karbl ein informelles Gespräch wegen einer etwaigen Nachfolge geführt worden sei, entspreche den Tatsachen. Konkretisiert wurde in dieser Causa allerdings nichts!

„Ein Wahnsinn, was bei mir los ist. Es herrscht die helle Aufregung, aber ich bin mit Herz und Seele Thaur-Trainer“, stellte auch Thomas Karbl klar, dass sein ganzes und ungeteiltes Augenmerk seiner aktuellen Truppe gelte. In seiner fünften Saison, der dritten in der Landesliga West nach dem Aufstieg 2010, bleibe trotz der jüngsten 1:6-Pleite in Telfs ein Platz unter den Top five das erklärte Ziel: „Das ist immer noch drinnen, wenn wir komplett sind.“ Was die Zukunft am Trainersektor bringt, werde später besprochen. Wie viel vielen das Unterhaus, der eigene Klub und das Fußball-Unterhaus bedeutet, ist mit diesem Beispiel wieder einmal unbestritten. Ruhig Blut liebe Herren!

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