22.10.2012
Unterhaus

Union wirft Hell Privatfehde vor

Die Union stöhnt unter Personalknappheit und beklagt sich nach dem Dreifach-Ausschluss gegen Kirchbichl über Schiedsrichter Hannes Hell.
Mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Hannes Hell war die Union am Samstag überhaupt nicht einverstanden.Foto: Böhm
Foto: TT / Thomas Boehm

Von Thomas Mair

Innsbruck – Es gab schon schönere Wochenenden, die Herbert Lener in seiner über 20-jährigen Obmannschaft bei der Union verbracht hat. Psychisch angeschlagen sei er nach der 0:2-Heimniederlage gegen Kirchbichl. Die erste Pleite nach neun ungeschlagenen Spielen in der UPC Tirol Liga nagt aber nicht an seinem Gemüt, vielmehr grübelte er über zukünftige Partien, die aufgrund eines massiven personellen Engpasses Probleme bereiten.

Mitverantwortlich dafür ist laut Lener Schiedsrichter Hannes Hell, der „mit seiner arroganten Art“ drei Spieler vorzeitig vom Feld stellte: „Hell mag die Union nicht“, glaubt der Obmann an eine Privatfehde, die sich über Jahre hindurchzieht, und untermauert seine Vermutung: „Jedes Mal, wenn ich etwas ins Feld geschrien habe, ist er extra zu mir gelaufen, um mir mit den Worten ‘Vielen Dank für Ihre Assistenz, Herr Obmann‘ mitteilen wollen, dass meine Bemerkungen nicht erwünscht sind.“ Lener will beim Verband intervenieren, damit Hell kein Union-Spiel mehr leiten kann.

Der Unparteiische verteidigt sich und spricht von einer unguten Partie: „Die Union-Spieler haben jede Entscheidung kritisiert. Ich muss auch unpopuläre Entscheidungen treffen, selbst wenn man sich nicht wohl fühlt, wenn man drei Spieler der Heimmannschaft ausschließen muss.“ Von einer Privatfehde will er nichts wissen und spricht von einer guten Beziehung zum Innsbrucker Verein.

Sportlich gesehen verschärfen drei gesperrte Spieler die Situation bei der Union. Sechs Spieler in der Kampfmannschaft und neun Akteure des zweiten Teams fehlen verletzungsbedingt. Besonders bitter erwischte es Mladen Kaloperovic, der nach einer Kreuzband-OP erneut unters Messer muss, weil sein Knie das neue Band nicht angenommen hat. „Da werden die Diskussionen um den Schiedsrichter nebensächlich“, weiß Union-Trainer Matthias Zimmerling um die wichtigen Dinge des Lebens.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 22.10.2012
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